No Banana?

Ende 2017 hat Öko-Test Bananen geprüft. Dabei stellte sich heraus, dass die konventionellen Bananen ALLER Marken stark Pestizid-belastet sind. So stark, dass empfohlen wird, sich nach dem Schälen die Hände zu waschen! Und nicht genug damit, dass man beim Kauf einer normalen Banane den Abstrich eines Chemie Labors in Händen hält, auch die Bedingungen für die Arbeiter auf den Plantagen sind miserabel.

So schreibt utopia über die Leiden der Angestellten:

„Nach akuten Symptomen befragt, berichteten die Arbeiter, die auf konventionellen Plantagen beschäftigt waren, deutlich häufiger von Schwindel, Erbrechen, Augenbrennen, Hautreizungen, starker Müdigkeit und Schlaflosigkeit als die Arbeiter von Bio-Plantagen.“

Meine Leserin Nadine war auf La Palma vor Ort. Sie sagt:

„Alleine 480.000 Tonnen Bananen wurden im Jahr 2016 aus Ecuador nach Deutschland importiert. Weitere gut 680.000 Tonnen kamen aus Kolumbien und Costa Rica in den deutschen Handel; kleinere Herstellerländer wie Peru oder Guatemala steuerten weitere 300.000 Tonnen bei.

Im Grunde genommen ist die Banane ja auch ein gesundes – ja sogar Gute-Laune-machendes Obst, wenn da nicht die vielen ABERS wären…

Als Waldpflanze der Tropen ist sie Teil eines recht anfälligen Kreislaufs; sie braucht zum Wachsen lockeren feuchten Boden, der die Pflanze bis auf sechs Meter anwachsen lässt. Von der Sprosse bis zum Welken – jede Pflanze trägt nur einmal Früchte – vergehen zwischen sieben und fünfzehn Monate. Die Ernte beträgt je Pflanze zwischen 30 und 50 Kilogramm und ist grün. Um die Früchte vor Insekten und Klimaschwankungen zu schützen, werden sie während des Wachsens in einen Plastikbeutel eingepackt. Nach der Ernte werden sie gewaschen, desinfiziert, in Kisten verpackt und gekühlt auf eine etwa 14-tägige Schiffsreise gebracht bis sie uns im Supermarkt angeboten werden.

Auf Masse ausgelegte Plantagen – wie auch die der drei großen amerikanischen Firmen Dole, Chiquita und DelMonte – werden mit Pestiziden, Insektiziden und Fungiziden großflächig durch Flugzeuge behandelt. Alleine ein Drittel des Handelspreis für Bananen geht für diese Pflanzenschutzmaßnahmen drauf.

Was die Pflanzen hier schützen soll, führt jedoch die Arbeiter der Plantagen häufig zu Krankheiten. Auch die Folgen für die Umwelt sind fatal: Rodungen für eine Monokultur, die kaputte Böden hinterlässt; mit Toxinen belastetes Grundwasser; tote und Schadstoff belastete Fische; große Mengen Sondermüll… Und nicht zu vergessen: Bananen sind durstig – in einem Kg Bananen stecken etwa 900 Liter Wasser, das während des Wachstums der Pflanzen verbraucht wird. Das ist gerade auf Inseln wie La Palma (Kanarische Insel) ein großes Dilemma.“

Muss man also auf Bananen verzichten?

Nein, sagt Öko-Test.

Bio-Bananen haben im Gegensatz zu den „normalen“ sehr gut abgeschnitten; egal, ob aus dem Reformhaus, Rewe Bio oder Netto Bio Bananen.

Wer es ganz genau nimmt, greift zu den Naturland Bananen, sagt utopia: „Diese sind Fairtrade zertifiziert und frei von Pestiziden.Die Arbeitsnormen werden eingehalten und die Arbeiter erhalten einen garantierten Mindestpreis. Außerdem werden die Bananen in Mischkulturen mit Bäumen angebaut. Dies trägt zur Artenvielfalt im Regenwald bei und ist charakteristisch für ökologischen Anbau.“

Eine weitere Möglichkeit: Bananen selbst anbauen. Ja, das geht, bin auf Pinterest darüber gestolpert. Ich werde es diesen Frühling mal ausprobieren- und Euch hier darüber berichten.

1 Comment

  1. Hanna sagt:

    Hallo,
    danke für diesen spannenden Beitrag! Ganz viele weitere Hintergrundinfos zu den katastrophalen Bedingungen auf Bananenplantagen findet ihr auch bei Oxfam unter http://www.oxfam.de. Und leider sieht es bei Ananas aus Costa Rica, Wein und Weintrauben aus Südafrika sowie Mangos nicht viel besser aus …

    Die einzige Kauf-Alternative, die wir im Moment gerade haben, sind tatschlich Fair-Trade-Produkte. Bio allein macht keinen großen Unterschied für die Arbeiter/innen vor Ort.

    Liebe Grüße aus Tel Aviv
    Hanna

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