Beziehungs-Check up.

In der heutigen Beziehungswelt ist das Gras anderswo schnell grüner als im heimischen Vorgarten. Das Internet fördert die Schnelllebigkeit nicht nur in unserem Alltag, sondern auch in der Liebe. Vergebene oder gar verheiratete Bekannte, über deren Profil man bei Tinder und Co. stolpert. Internetpornografie, die ein oft vollkommen absurdes Bild von Sex suggeriert. So krass, dass treue Zuschauer nachhaltig enttäuscht von der Realität im Bett bleiben werden.

Die omnipräsente Life-is-Short-Mentalität, die in den Köpfen Seitenblicke- und Sprünge rechtfertigt.

Kurzum: Heutzutage ist schon allein die Chance, in einer festen Beziehung zu landen, verschwindend gering. So viele wollen sich nicht festlegen, haben „gerade viel auf der Arbeit zu tun“ oder „du bist echt perfekt, aber“ er weiß „auch nicht woran es liegt.“

Schlagen wir den Haken zum Kern der Aussage: ist man dann doch in einer festen Partnerschaft, jammert man schnell mal auf hohem Niveau über die eigene Beziehung, ohne darüber nachzudenken wir gut man es möglicherweise hat.

Ja, auch ich bin manchmal so. Rege mich auf, dass S den Müll nicht raus gebracht oder nicht so geputzt hat, wie ich es zu tun pflege. Nerve ihn, dass er sich in der Uni anstrengen soll. Und klar, dann schimpfe ich bei meinen Freundinnen, so wie wir alle.

Kürzlich besuchte ich eine von ihnen, und sie erzählte mir von Verhältnissen, in denen wiederum ihre Bekannten stecken. Und da haben mir die Ohren geschlackert! Eifersüchtige Männer, herrische Männer, untreue und verlogene Männer (das soll um Himmels Willen nicht heißen, dass nicht auch Frauen so abgehen können. Aber in den Beispielen war es eben so herum).

Wahnsinn, mit was für tiefen Abgründen ich da konfrontiert wurde. Und auf einmal erschienen mir unsere Kabbeleien über Ordnung, S’ Leichtfertigkeit und Wer-ist-dran-mit-Einkaufen ECHT BANAL.

Hier also eine kleine Checkliste, ob meine Beziehung OK ist. Und kleine „Life-Hacks“ die unseren Alltag seit einiger Zeit erleichtern.

⁃ Liebst du deinen Partner?

⁃ Liebst du dich selbst?

⁃ Seid ihr einander treu?

⁃ Wollt ihr füreinander das Beste?

⁃ Könnt ihr Euch aufeinander

verlassen?

⁃ Wieso bist Du gerade so genervt?

Ist es seine Schuld, oder bist du

selbst heute/diese Woche

gestresst?

⁃ Seid ihr noch attraktiv

füreinander?

Ich stelle mir diese Fragen natürlich nicht bewusst, aber gerade beim Thema Von Null auf Hundert in 5 Sekunden hilft mir ein Durchatmen vor dem Weiterreden. Ganz oft bin ich nämlich einfach gestresst vom Tag, und unschuldige Witzchen von S oder ein voller Mülleimer versetzen mich in den Rohrspatzenmodus, ohne dass er wirklich was dafür kann.

In unserer 1. Beziehung waren wir einander zwar treu, doch die Kompromiss-Bereitschaft und Liebe waren Genervtheit und dem Gefühl gewichen, sich unverstanden zu fühlen. Eine Paartherapie hätte helfen können, aber findet mal auf die Schnelle einen Termin für sowas! Irgendwann wollte man nur noch das Beste für sich selbst, und sich vor den Angriffen des anderen schützen. Wir waren kein Team mehr, und respektierten den anderen nicht. Da konnte auch gegenseitige Treue nicht mehr der Grundstein der Liebe sein.

Klar war es dann bei den Gesprächen über einen zweiten Versuch unsere größte Angst, alte Fehler zu wiederholen. Man kennt sich und den anderen. Könnte das wirklich gut gehen, oder würde diese Beziehung abstürzen wie die letzte?

Wie ich bereits bei Instagram sagte, halten wir bewusst an den Neuerungen fest, die die Trennung uns beschenkte. Den Respekt vor dem, was der andere tut und ist. Die Zufriedenheit mit sich selbst und das Wissen, wie wertvoll ein Partner ist der es ehrlich und gut mit einem meint.

Kleine, giftige Alltags-Streits vermeiden wir (weitgehend) mit

1. To-Do-Listen.

S hat seinen Werkstudentenjob vor einigen Wochen aufgegeben und ist entweder in der Uni oder aber zuhause. Das ist mir einerseits eine Hilfe, weil er für Niki das KiTa-Taxi machen und Flocke Gassi führen kann. Doch nach neun Stunden Abwesenheit wünsche ich mir auch, dass daheim alles in Ordnung ist wenn ich von der Arbeit komme.

S sieht aber schon mal Dinge nicht, die mir wichtig sind. Ob der Kühlschrank voll, der Wäschekorb leer und der Badspiegel sauber ist, fällt ihm nicht unbedingt auf. Er meckert aber auch nie, wenn ich ihm Aufgaben zuteile. Also schreibe ich nun jeden Morgen vor der Arbeit eine kleine To-do-Liste mit akuten Dingen wie „Handtücher in Kochwaschgang waschen/ XY einkaufen/ Spiegel putzen (Glasreiniger in Schublade unter dem Ofen)“.

Und ja, das hilft echt! Wir streiten nicht mehr über meine Kleinlichkeit oder seine Bequemlichkeit, und das ist eine echte Bereicherung für den Alltag. Klar funktioniert das System nur, wenn nicht beide Vollzeit arbeiten. Doch auch dann wird es mir wichtig sein, alles fair aufzuteilen. Das bedeutet natürlich auch, dass die Liste nie vier Punkte überschreitet. Schließlich ist uns allen wichtig, dass Papi die Uni bald erfolgreich beenden kann.

2. (Keine Überraschung) Reden.

Ja, ja, ja. Ums Reden kommt man einfach nicht herum! Vor allem dann, wenn Menschen sooo unterschiedlich sind wie wir. Einzelgänger versus Gesellschaftsmensch, Ratio versus Emotionen. Da MUSS man reden, reden, reden um Erwartungen und Alltag in Einklang zu bringen. Natürlich in vernünftigem Ton.

Die grundlegenden Fragen bleiben bestehen, um die Beziehung dann und wann auf den Prüfstand zu setzen. Dabei musst Du ehrlich zu Dir sein.

a) Ich fühle mich unzufrieden.

Liegt es an Dir oder am anderen, dass du unzufrieden bist? Wer mit sich selbst unzufrieden ist, der wird auch durch den tollsten Partner der Welt nicht glücklich werden.

b) Ich fühle mich unverstanden/ Ich bin mit dem anderen unzufrieden.

Wer einen Partner hat, der null Kompromisse eingehen oder Fehler einsehen will, der denke ans eigene Wohl. Will man sein Leben wirklich lieber gemeinsam unglücklich, als allein und zufrieden leben? Gibt es doch eine Chance sich zu einigen, vielleicht mit einer Vermittlungsperson?

c) Ich bin zufrieden mit mir und dem anderen.

Wer mit sich im Reinen ist und den anderen aufrichtig liebt: Der arbeite an seiner Beziehung und dem immer selteneren Geschenk, Teil des kleinsten Teams der Welt zu sein: Das Liebespaar, das Hand in Hand der Welt begegnet.

3 Comments

  1. Denise sagt:

    Ich danke dir von Herzen für diesen Beitrag ❤️

  2. Irene sagt:

    Liebste M; wie immer ein mega toller Beitrag . Leider bin ich diesesmal nicht so einverstanden. Ich finde es zwar richtig das du dich nicht mehr so aufregst wegen Kleinigkeiten ( ich bin der Meinung das ist als würdest du ein vergifteten Apfel beißen aber erwarten das jemand anderes verreckt ) ihn aber eine Liste zu schreiben als wäre er 10 finde ich falsch . Er hilft dir nicht beim Haushalt, er ist auch Teil davon . Mein Partner , C , „kann“ auch gewisse Sachen einfach nicht . Abre das was er kann das macht er ohne das ich ihn was sagen muss . Perfekt ist der Junge nicht weil wenn er den Schrank mal aufräumt oh Mann …. Wird er aber schon lernen XD viele Grüße deine irene 🙂

    • NikiMami sagt:

      Vielen Dank für dein Feedback, liebe Irene! Und wie immer: Konstruktive Kritik ist stets willkommen, wenn sie so nett angebracht wird wie von Dir! Komm gut in die Woche ❤️

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die DSGVO-Checkbox ist ein Pflichtfeld

*

Ich stimme zu