Bilder-Raub im Internet.

Meine Bilder wurden geklaut. Schon wieder. Jemand hat sich damit eine Parallel-Identität aufgebaut- schon wieder. Bereits nach Nikolais Geburt fiel einer Leserin auf, dass eine verrückte Person während meiner Schwangerschaft Bilder von mir, meinem Bauch und von Flocke kopiert und sich als jemand ausgegeben hat, den es nie gab. Sie hatte sogar Nikolais Newborn-Fotos gestohlen und ihn „Finn“ genannt! Meine Leserin war ihr gefolgt, wollte der Person sogar ein Geschenk zur Geburt schicken. Nur durch Zufall stieß sie auf meinen Account (damals ungefähr 2000 Leser groß) und deckte den Schwindel auf.

Damals begann ich sofort, jedes meiner Bilder mit einem Wasserzeichen zu versehen. Doch je größer mein Account wurde, desto geringer sah ich Gefahr für einen erneuten Bilder-Klau. Falsch gedacht! Und so töricht, wenn ich daran denke wie lange ich auch Nikolai auf meinen Seiten gezeigt habe.

Vor einigen Wochen hatte ich auf Instagram bereits angekündigt, keine Frontal-Bilder mehr von meinem Kind zeigen zu wollen.

Und genau in dieser Phase wurde ich nun erneut Opfer von Verrückten, die meine Fotos dazu nutzten eine fiktive Figur („Anna“ aus Kroatien) zu schaffen. Auch hier half mir wieder nur der Zufall und ein guter Mensch.

Ein Mann, der „Anna“ bei Tinder ein Like gegeben und „ihre“ Bilder schlauerweise zuerst durch die Google Bildersuche geschickt hatte. Er stieß auf meinen Blog und kontaktierte mich sofort, inklusive Beweis-Screenshots. Tinder hat inzwischen den Fake Account der schändlichen Person/Organisation gelöscht, die mein Gesicht als Lockvogel genutzt hatte(n) um Männer auf eine Bezahlseite umzulenken.

Wie kann man sich vor solchen Vorfällen schützen?

Gar nicht, wenn Du irgendwo online ein Foto von Dir hinterlegt hast. Sei es bei Facebook, auf Instagram, Xing….ganz egal. Dein Gesicht muss nur jemandem in den Kram passen, und schwups, wirst auch Du zum Opfer. Vielleicht ist es Dir bereits passiert, vielleicht weißt du gar nichts davon.

Hier einige meiner Gedanken zum zukünftigen Umgang mit meinen Accounts und dem Posten von Fotos:

1.) Sein Kind nicht zeigen.

Es gab in den letzten Jahren immer wieder Leute, die mit hochgezogenen Brauen darauf reagierten, dass ich mein Kind im Internet zeige. Interessanterweise vor allem von Menschen, die mit der Insta-/Blogger-Welt so gar nichts am Hut haben. Die nicht davon verführt sind, der (zum Großteil wildfremden) Öffentlichkeit niedliche Fotos ihres Kindes zu präsentieren. Denn genau das tun Blogs: sie verführen Menschen dazu, immer mehr von sich preiszugeben. Ja, so ein putziges Kindergesicht generiert Follower und Likes, das ist die traurige Wahrheit. Wer hat nicht als Kind die goldigen Anne-Geddes-Fotografien gemocht? Und auch ich war mehr als stolz (und leider zu sorglos), meinen Nikolai über Jahre hinweg auf meinen Kanälen zu zeigen. Denn natürlich bin ich, wie alle Eltern, super stolz auf meinen Wutz. Er ist so süß, so keck, mein liebstes Foto-Motiv. Darum kann ich natürlich auch jeden verstehen, der ebenfalls so über sein Kind empfindet und es mit geschwellter Brust in Szene setzt.

Doch ich persönlich habe meine Lektion jetzt gleich zweifach gelernt. Und werde mein Kind nicht mehr von vorn zeigen. Früher dachte ich, sobald sein Gesicht „Wiedererkennungswert“ gewonnen hätte, würde ich ihn aus dem Internet fern halten. Doch heute sind meine Gründe krasser: Ich will nämlich vor allem nicht, dass mein Nikolai unfreiwillig den Lockvogel für Perverse spielt. Das Internet ist so riesig, und das Deep Web erst recht. Es reicht, dass mein Gesicht bereits mehrfach für die Zwecke kranker Menschen missbraucht wurde. Das möchte ich auf keinen Fall für mein Kind.

2.) Privater Account.

Gut, für mich ist das erstens zu spät (weil ich es nicht schaffen werde, 18.000 Leser durchzukämmen und alles Verdächtige rauszuwerfen) und zweitens nicht im Sinne meines Konzepts der „kleinen Zeitung“. Die kann nun mal jeder lesen. Doch jeder, der nur privat auf einem Social Media Kanal angemeldet ist und einen Überblick behalten kann, sollte seine Accounts nur per Anfrage sichtbar schalten. Serghei hat seinen Daddy-Account kurzerhand ebenfalls auf Privat eingestellt. Bei Facebook habe ich seit eh und je sehr private Einstellungen und bin dort kaum aktiv. Doch für meine Webseite sowie das Ouilavie-Insta gelten von nun an neue Foto-Regeln.

3.) Wasserzeichen setzen.

Es gibt zahlreiche Apps, mit denen man sehr schöne Wasserzeichen auf seine Fotos setzen kann, bevor man diese veröffentlicht. Ich nutze „Phonto“ und werde, wie früher, jedes Selfie und jedes Bild auf dem Niki auch nur seitlich oder von hinten zu sehen ist mit einem Stempel versehen. Die Fotoräuber werden sich leichtere Opfer suchen, bei denen man nicht erst ein Wasserzeichen auf jedem Bild weg retuschieren muss.

FAZIT: Jedem, der auf irgendeinem Social Media Kanal öffentlich Fotos von sich und seinen Liebsten postet, kann passieren was mir geschehen ist (und weitaus schlimmeres!). Ich möchte hier niemandem Vorschriften machen. Aber anhand meines Beispiels möchte ich darauf aufmerksam machen, dass „Was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß“ nicht für das Internet gelten darf. Mir jedenfalls ist es NICHT egal, ob ich für Freaks den Sex-Lockvogel spiele ohne gefragt zu werden. Und ganz bestimmt soll meinem Baby dieses Schicksal nicht widerfahren.

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