Nicht meckern, machen!

In den letzten Tagen war ich unzufrieden mit mir, und das in mehr als einer Hinsicht. Unzufrieden mit meiner Ernährung, meinem daraus resultierenden Waschbärenbauch, mit dem Blog und auch wegen etwas auf der Arbeit.

Am Samstag erreichte diese Unzufriedenheit ihren Tiefpunkt, weil da auch noch meine Haare aussahen wie Unkraut und S sich gegen ein Erblonden aussprach, weil er mich brünett hübscher findet.

Beim Blick in den Spiegel gefiel mir am allerwenigsten meine Miene: gerunzelte Stirn, nach oben gezogene Brauen und hängende Mundwinkel wie bei einer kleinen Bulldogge. So wollte ich mein Wochenende nicht verbringen! Es war also wieder an der Zeit für Selbst-Reflektion und -Disziplin.

1. WAS macht mich unzufrieden?

Ich war böse auf mich, dass ich aufgrund von Alltagsstress mein Training vernachlässigt hatte. Und schlimmer: ich hatte mich bei mieser Laune mit Leckerchen wie hausgemachter Pizza, einem Lebkuchen hier und da oder Schokoladenmüsli zum Frühstück aufgemuntert. Auf der Arbeit nervte Zwischenmenschliches, und bei meinem Blog, dass sich viele davon abwandten weil mein Leben gerade so viele Veränderungen erfährt.

2. WARUM macht mich das unzufrieden?

Was meine Ernährung und Bewegung angeht, so macht mich meine mangelnde Disziplin wütend. Denn ich MÖCHTE mir ja selbst etwas Gutes tun. Ich MÖCHTE bei einem Schwimmbadbesuch NICHT ständig unsicher an meinem Badeanzug herumzupfen. Aber kommt ein kleiner Sturm auf, flüchte ich mich in Milch und Kekse, anstelle meines kürzlich begonnenen Trainingsprogramms. Bäuchlein wieder da, Miene à la Merkel.

Auf der Arbeit bin ich freundlich und professionell, und muss mich trotzdem mit zwischenmenschlichem Unsinn auseinandersetzen obwohl ich 100% gebe.

In meinem Blog steckt sehr viel Herzblut, Liebe und Sorgfalt. Ich berichte über Negatives, genau wie über die guten Zeiten. Doch manchmal überkommt mich das Gefühl, das vielen Menschen „leichte Kost“ besser schmeckt. Keine ausführlichen Texte oder unbequeme Themen, lieber ein Herzi-Herzi-Foto mit drei Sätzen. Oder das andere Extrem: die vielen Leser die gegangen sind, weil ich keine Singlemama mehr bin.

3. WER kann mir helfen?

Einfache Antwort: Nur ich selbst.

4. WIE löse ich das Problem?

Auch hier fand ich bei der Selbsttherapie-Stunde rasch simple Antworten.

-> Body: Von nichts kommt nichts. So einfach ist das. Es ist absolut okay, sich am Nachmittag über einen Lebkuchen oder am Morgen über ein Schokomüsli zu freuen. Das Leben ist kurz, Essen ist Teil meiner inneren Zufriedenheit. Doch das Training muss sein, allein aufgrund meines Bewegungs-armen Jobs. Außerdem soll mir das 80-20-Prinzip helfen: 80% gesund essen (es gibt genug leckere Rezepte- bloß keine Protein-Pancakes mehr 😉 ) und 20% schlemmen. Ich habe mit S abgesprochen, dass wir an 5-6 Tagen die Woche gemeinsam gesunde Mahlzeiten planen, und an 1-2 Tagen Burger, Pizza und Pasta genießen dürfen. Gemeinsam geht es viel leichter! Und da auch er regelmäßig trainiert, kann man sich gegenseitig motivieren.

-> Arbeit: Hier kann ich guten Gewissens sagen, dass ich selbst mit mir zufrieden bin und auch, dass ich meinen Job mag. Ich erledige alles nach bestem Wissen und Gewissen, bin ehrlich und höflich. Entweder das wird zu schätzen gewusst, oder eben nicht. Ich muss mir einfach täglich ins Gedächtnis rufen, dass man mit meiner Arbeit zufrieden ist und ich das auch sein kann. Sich in Gedankenspiralen über die Zukunft zu verlieren und Sorgen zu machen, spricht gegen jedes friedliche, optimistische Prinzip.

-> Blog: Was meine kleine Zeitung angeht, so muss ich auch da ehrlich zu mir sein. Wenn ich poste und schreibe, dann gebe ich mein authentisches Bestes. Aber ich kann dem Projekt nicht meinen gesamten Alltag widmen, weil ich noch eine andere Arbeit habe (mit der ich unser Leben finanziere). Demzufolge ist der Blog mein Hobby, und als dieses muss ich ihn stets betrachten. Ich schreibe über alles, was mich beschäftigt und das mag nicht jedem gefallen. Mein Blog ist nicht oberflächlich, ich kann selten ein neues Outfit oder einen karibischen Strand posten. Aber will ich meine Zeitung ändern, um mehr Leuten zu gefallen? Nein! Man liest eine Zeitung ja genau wegen dem, was sie ist. Und meine bestehende Leserschaft ist mir sehr wichtig, und wertvoll. Wir tauschen uns über dieselben Themen aus, kritisieren konstruktiv, loben, trösten, beratschlagen. Das möchte ich nicht missen. Diese Interaktion ist Wertschätzung für das was ich tue.

FAZIT:

Missmut und Unzufriedenheit der letzten Tage habe ich zu 2/3 selbst zu verschulden. Ich allein habe die Macht über meine Handlungen. Ich allein kann bewusst entscheiden, wie ich aussehe. Was ich esse, ob ich mich ausreichend bewege und ob es mir wichtiger ist gemütlich zu schlemmen, oder mir vor dem Spiegel zu gefallen. Genauso kann ich für meinen Blog entscheiden, ob ich 100% gebe, oder das nebenher laufen lasse. Einzig die Sache mit der Arbeit stresst mich deshalb, weil ich manches überkompensiere und mir zu sehr zu Herzen nehme. Aber, Hallo, auch das habe ich selbst in der Hand.

Von nichts kommt nichts. Also: Ärmel hochkrempeln, und dem inneren Schweinehund einen Schubs geben. Mach das Beste aus Dir, was Du sein kannst. Mit dem was Du hast, da wo Du bist.

Alles Liebe, Madline

15 Comments

  1. myspyarts - Sabine sagt:

    Liebe Madline,

    vielen lieben Dank für deinen Post. Er motiviert mich unheimlich und ich sehe nun voller Tatendrang in die Woche.

    Alles Liebe und eine extra Portion Disziplin und positiver Energie für dich 😚

  2. Kirsten sagt:

    Ich lese schon länger mit, habe aber noch nie kommentiert. Vielen Dank für den Schupser in die richtige Richtung. Das sollte ich mir viel häufiger vor Augen führen. Eine wunderbare Woche und Liebe gedankenreiche Grüsse Kirsten

  3. Maria sagt:

    Mal wieder toll geschrieben und absolut motivierend. Gerade deshalb lese ich deinen Blog so gerne, weil es eben nicht nur um “seichte“ Themen geht. Mach unbedingt genauso weiter!
    Eine schöne Woche und liebe Grüße 😃

  4. Trini sagt:

    Toll geschrieben 😊 und wahre Worte!
    Ich finde deine Texte immer schön und ehrlich … und Vorfällen mitten aus dem Leben und nicht künstlich!
    Mach weiter so👌🏻

  5. leas_mama_30 sagt:

    Danke für diesen tollen Beitrag und ich wünsche dir viel Erfolg ❤. Bleib so motiviert😍.

  6. Tatjana sagt:

    Meine liebe,
    Genau das bist du und niemand abderes. Authentisch, witzig und einfach ehrlich
    Nicht jedem wirst du gefallen, aber die , die mögen , wissen dich sehr und deinen Rat zu schätzen.

    Fühl dich gedrückt.

    Ich bewundere dich und du bist ein tolles Vorbild ❤️

    • NikiMami sagt:

      Liebe Tatjana, ich danke Die von Herzen für dein liebes, ausführliche Feedback!! Ihr seid der Grund für mich, immer weiter zu schreiben 🙏🏼❤️

  7. Cmn sagt:

    Du bist toll wie du bist und ich liebe dein instagramm Account sowie Blog (auch als nichtmama, wie ich eine bin)

  8. Linda sagt:

    Liebe Madline,
    ich mag deine ehrliche und offene Art und danke dir für diesen Post. Oft kann man sich wirklich selbst an die Nase fassen und lässt sich viel zu sehr von anderen herunterziehen. Mehr Selbstliebe, Selbstvertrauen und Zuversicht für alle 🙂

  9. Bianca sagt:

    Ein wirklich schön geschriebener Post mit so viel Wahrheit. Wir alle sollten mehr die Ärmel hochkrempeln, als uns darüber zu ärgern, was alles nicht klappt.
    Viele Grüße Bianca
    http://ladyandmum.blogspot.de

  10. Caro sagt:

    So schön geschrieben! Und vorallem absolut wahre Worte!! Ich finde deinen Blog genauso so toll wie er ist, eben wegen deinen langen, tiefgehenden Texten. Du schreibst so schön über die Dinge die uns alle mal beschäftigen. Und das du jetzt nicht mehr Single bist sondern glücklich mit S freut mich sehr für dich und ist eben auch typisch für das Leben, alles verändert sich und nichts ist wirklich vorhersehbar.
    Daher bleib dir und deinem Schreibstil treu! Du hast es nicht nötig wie die 1000 oberflächliche Bloggerin zu werden die jeden Tag ein neues Outfit postet aber sonst nichts mitteilt. So wie du schreibst, das ist authentisch und macht dich so sympathisch!! 😊❤️❤️

    • NikiMami sagt:

      Ach, du liebe! Du bist heute die zweite mit einem so herzlichen Feedback für mich, und dafür danke ich dir von Herzen! So manches Mal zweifle ich an meiner Art zu bloggen, gerade heute noch. Und ich freue mich so sehr, in einem solchen Moment dann derart freundlich und warmherzig auf meinem Weg unterstützt zu werden! DANKE liebe Caro ❤️

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