Autofahren mit Kleinkind.

Oft heißt es, dass Babies im Auto viel besser einschlafen. Und dass auch kleine Kinde gern mit den Eltern durch die Gegend düsen.

Unser „High-Need-Baby“ jedenfalls fand das Autofahren selten gut. Selbst wenn er mal im Maxicosi eingeschlafen war, so schlug er gleich die Augen auf sobald man an einer roten Ampel anhielt- oder gar in einen Stau geriet. Meistens geriet ich ins Schwitzen, wenn eine Autofahrt anstand. Werde ich anhalten müssen um ihn zu stillen? Wird er Bauchweh haben oder sich langweilen?

Alles, was mich Nikolai übers Autofahren mit Baby/Kleinkind gelehrt hat, fasse ich hier zusammen.

1. Sicherheit

Keine Frage, Sicherheit geht vor und das muss ich nicht groß erklären. Bei den Sitzen habe ich immer auf den Rat meiner Freundin vertraut, deren Kinder heute 5 und 7 sind. So hatten wir am Anfang einen Maxicosi, den Nikolai geliebt hat. Am sichersten platziert man diesen auf der Rückbank. Doch wer einen Smart besitzt oder sich einfach zu unsicher fühlt das Baby außer Reichweite zu wissen, wird es neben sich auf dem Beifahrersitz anschnallen. In dem Fall sollte unbedingt der Airbag auf der rechten Seite ausgeschaltet sein. Das kannst du in einer Werkstatt deines Vertrauens einstellen lassen. Dennoch: am sichersten sitzt dein Baby hinten! Man kann zum Beispiel einen Spiegel an der Kopfstütze des betreffenden Sitzes anbringen. So kannst Du deinen Schatz immer sehen.


Als Nikolai knapp ein Jahr alt war, kauften wir den Maxicosi Tobi (zum Beispiel hier). Das Angebot an Sitzen bis 18 Kilo ist riesig. Nimmt man einen „Reboarder“ der die Blickrichtung wechseln kann? Brauche/habe ich „Isofix“ ? Und so weiter und so fort.

Da Nikolai es schon im Maxicosi super langweilig fand bloß auf den Rücksitz zu schauen, entschieden wir uns gegen einen Reboarder (auch wenn die statistisch gesehen ebenfalls am sichersten sind). Den Tobi finden wir super (nicht gesponserte Meinung). Er wächst mit dem Kind mit, weil sich die Höhe der Gurte und Kopfstütze verstellen lässt. Man ihn kann von Sitz- in die Liegeposition schieben und er lässt sich leicht anschnallen.

2. Beschäftigung

Seit Nikolais viertem Lebensmonate steigt und fällt jede Autofahrt mit Beschäftigung und Snacks. Ja, bei uns im Auto darf gegessen werden. Erstens bin ich selbst ein Snacker und muss ständig einen Müsliriegel/Apfel/Keks griffbereit haben. Zweitens schadet es dem alten Mini nicht mehr, Krümel oder Mi(lich)-Spritzer abzukriegen. Das muss aber natürlich jeder für sich entscheiden.

Wenn wir zu einer Schlafenszeit von Nikolai fahren, bekommt er ein Fläschchen und schläft in der Regel auch darüber ein.

Wenn es mitten am Tag ist, packe ich seinen kleinen Rucksack voll mit Spielsachen: Hunde-Figuren, Bücher, Autos und ein gerade aktuelles Plüschtier. Ich erkläre ihm während der Fahrt außerdem alles, was an uns vorbeizieht. Wie Windräder, Laster, Kühe, Traktoren, Wälder. Er spricht alles nach und ich mag es, auf diese Weise Zeit mit ihm zu verbringen. So kann Nikolai neben der Beschäftigung spielend neue Worte lernen und merkt, dass Mami ihn trotz dem Fahren nicht ignoriert.

3. Cool bleiben bei Terror.

Okay, für mich hat das ein wenig Übung erfordert und ist auch jetzt noch manchmal schwer umzusetzen: Brüll-Attacken galant zu übergehen und uns dennoch sicher ans Ziel zu fahren. Denn trotz aller Beschäftigung, Snacks, Sehenswürdigkeiten und Schläfchen will Niki hin und wieder mitten während der Fahrt aufstehen. Sich abschnallen, loslaufen, nicht mehr Autofahren oder gar das Steuer selbst in die Hand nehmen. Geht natürlich alles nicht, so mitten auf der Strecke. Dann muss man tatsächlich mal damit leben, dass der geliebte Schatz ohrenbetäubend brüllt und hoch unzufrieden ist. Versuche ich sonst immer, das leidige und mir verhasste „Das muss er lernen/Da muss er durch“ zu meiden, bleibt uns beim Autofahren tatsächlich nichts anderes übrig (außer auf Fahrten die länger als drei Stunden dauern, da muss bei uns eine Rast drin sein!). Ich mache dann keine laute Musik an, weil das uns beide nur hochschaukelt. Ich brülle auch nicht zurück. Nach wenigen Minuten beruhigt Nikolai sich und resigniert. Die längste Strecke im Alltag beträgt zur Zeit bei uns eine Stunde in die Eifel, und da sollte es durchaus möglich sein, ohne Pause ans Ziel zu gelangen.


Zusammenfassen ist zu sagen: Ja, ich bin eine Glucke. Ja, ich mache mir bestimmt, mehr Gedanken als manch anderer, und stricke meinen Alltag um Nikolai und seine Schlafenszeiten soweit das möglich ist. Aber ich habe mich für ihn entschieden, und nicht andersherum. Er ist ein vollwertiges Familienmitglied, dessen Bedürfnisse ebenso wichtig sind wie meine. Und wenn ich einen Termin abmache zu dem er im Auto mitfahren muss, möchte ich ihm das sicher und angenehm gestalten.

Alles Liebe, Madline und Niki

1 Comment

  1. Jana sagt:

    Wir hatten bisher 2-3 Mal richtig Terror im Auto. Seitdem wir einen richtigen Kindersitz haben ist unsere Tochter entspannter beim Autofahren. LG Jana von jananibe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.