Wie Kleidung lange schön bleibt.

Ich mag es, dass mein Kleiderschrank übersichtlich und aufgeräumt ist. Wenig Kleidung zu besitzen stört mich nicht, ich finde dennoch täglich einen neuen Look. Ein minimalistischer Kleiderschrank bedeutet aber auch, dass man seine wenigen Stücke gut pflegen muss um gepflegt auszusehen. Dazu nehme ich mir alle paar Wochen einen halben Tag Zeit. 

Bestandsaufnahme

Ich schaue alle zwei bis drei Monate, ob noch alles getragen wird und anständig aussieht. Manchmal fliegt etwas raus das mir eigentlich schon lange nicht mehr gefällt/bei dem die Qualität nachgelassen hat. Dafür darf dann eine neue Hose/Bluse/ein Rock einziehen. Denn natürlich sieht man sich irgendwann an den ewig gleichen Stücken satt. Mit einem einzigen neuen Teil entstehen gleich mehrere neue Looks. So freue ich mich gerade über mein neuestes Rebelle-Schnäppchen; eine tolle Bluse von Ted Baker. Und da ich nur ein einziges Paar Büropumps besitze (nudefarben, passen zu allem) werde ich auch die nach einem Jahr austauschen müssen.  

Nachhaltiger Ersatz

Es ist keine Überraschung, dass zumeist die günstigsten Käufe von Massenwarenhäusern am schnellsten rausfliegen. Ich kaufe dort fast gar nichts mehr (außer mal ein Saison-Teil für Niki, der wächst eh heraus oder verschleißt es) weil mich das ärgert. Manches kann man noch umfunktionieren, wie mein schwarzes Jersey-Schlauchkleid für ca. 10€. Klar, dass der Saum nach ein paar Monaten nicht mehr schön aussieht- und es ohnehin nicht zu meiner Bürogarderobe passt (ein hautenges kleines Schwarzes, das muss dort nicht sein). Ich habe das Kleid nun einfach zum Oberteil gekürzt- und fertig ist ein schwarzes, langärmliges Shirt das ich über meinen Röcken tragen kann.

Wenn ich jetzt etwas Neues brauche wie einen Rock, Blazer oder eine Bluse, suche ich mir ein gutes Stück bei Rebelle aus (ich erwähne das so oft, weil ich die Markenauswahl, Preise und den Qualitäts-Check mag. Das ist KEINE Werbung!). Die Sachen sind oft noch toll in Schuss, top geschneidert und kosten einen Bruchteil des Ladenpreises. So schaffe ich mir langsam eine Garderobe, die viel länger halten wird UND schicker aussieht als eine, in der alles neu zwischen 10 und 50€ kostet.

Nähen

Damit ich morgens nicht lang überlegen muss ob ein Stück passt oder in Ordnung ist, muss alles sitzen. So werden Hosen direkt gekürzt wenn ich eine neue gekauft habe. Meine Beine sind leider zu kurz für die handelsüblichen Längen. Abgerissene Knöpfe werden so bald wie möglich an- und Risse zugenäht (natürlich auch bei Nikis Garderobe). Das dauert mal länger, mal kürzer. Doch dafür muss ich nicht gleich etwas neu kaufen, nur weil das Teil einen kleinen Fehler hat.

Richtig waschen

Ich habe lange viele verschiedene Teile zusammen gewaschen, und nur grob hell und dunkel getrennt. Damit jedoch Schwarz, Weiß und Bunt ihre ursprüngliche Farbe behalten und Handtücher wirklich sauber werden, muss man doch mehr Aufwand betreiben. Extra Waschmittel für Schwarz, Weiß, Feinwäsche und den Rest. Farbauffang-Tücher helfen immer. Doch bevor ich Weiß-Waschmittel hatte, wurde meine (einzige) weiße Bluse dennoch grau. Die habe ich dann über Nacht in heißem Wasser und Natron einweichen lassen, und dann gewaschen. 

Bügeln

Ich wechsle zwei Bleistiftröcke mit zwei Hosen ab. Dadurch, dass alles recht häufig getragen wird, nutzen sich die Fasern schneller ab. Ich muss also entweder regelmäßig zur Reinigung (das dauert mir meist zu lange, was soll ich denn in der Zeit anziehen?) oder die Röcke selbst stärken und bügeln. Ein verknitterter, schlabbriger Rock sieht einfach nicht schön aus. Dennoch zögere ich den Zeitpunkt für Ersatz so lange wie möglich hinaus. 

Über die Zeit haben sich diese Gewohnheiten eingeschleift, und ich komme damit gut zurecht. Es gefällt mir, dass meine Garderobe anständig aussieht und ich vieles miteinander kombinieren kann. Auf diese Weise spare ich mir Geld, Ärger über schlechte Qualität und viele Tüten Kleidung, die am Ende doch im Spende-Container landen würde. 

Mir ist bewusst dass dieses System nur funktioniert, wenn man a) das WILL und b) nähen/bügeln/gut Second Hand shoppen kann. Und natürlich verstehe ich die Freude vieler Menschen am Shoppen! Ich stöbere auch mal gern ein Stündchen online oder in den Geschäften. Aber ganz oft stelle ich dann fest, das mir einiges nur im Geschäft gefallen und ich die Sachen im Alltag nicht tragen würde.

Oder dass ich noch Vergleichbares im Schrank habe. Das mag zum Einen daran liegen, dass mein Budget zur Zeit auch keine Shopping-Sause zulässt. Zum Anderen aber auch daran, dass ich sehr zufrieden mit meiner Ordnung und meinem System bin. Man fühlt sich „aufgeräumt“ und mir fehlt es an nichts (außer an flachen Stiefeletten für die kalte Jahreszeit. Und die dürfen auch sein 🙂

1 Comment

  1. Irene sagt:

    Alles genau richtig so ! Bin absolut auf deiner Seite und mache es auch so . Bei mir sind es oft Basics die einziehen . Mein Freund ärgert sich weil 90% meines Schrankes zB schwarz ist . Passt aber zu allem, gefällt mir immer egal in welcher Jahreszeit ! Bügeln hasse ich aber:p

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