5 Methoden gegen Chaos im Schrank.

„Wie machst du das mit dem Ausmisten?“, fragen mich viele Leserinnen. Welchen Ansatz ich gewählt, und wie ich mich von Dingen getrennt habe. Gern möchte ich Euch da heute einen Einblick geben.
Am wichtigsten sei zu erwähnen, dass meine Persönlichkeit sehr ordentlich gestrickt ist. Das ist Veranlagung, und jeder, der im Grunde ein Genie im Chaos ist, wird natürlich mehr mit dem Konzept des Minimalismus zu kämpfen haben! Schon im Grundschulalter meckerte ich, der kleine Stöpsel, dass man zuhause doch bitte mal ausmisten möge. Dass es bei den Nachbarn viel ordentlicher sei, und mich das Chaos nervt. Regelmäßig wurden also meine Mutter, Stiefvater und meine kleine Schwester aktiv, um das Haus in meinem Sinne (mit mir gemeinsam) aufzuräumen. Die sind nämlich viel entspannter, was Ordnung angeht! Gerade meine Mutter und ihr Mann lieben es, Antiquitäten und Nippes zu sammeln. Nach dem TV Abend Süßigkeiten-Papier auf dem Couchtisch liegen lassen, Kühl- und Vorratsschrank vollstopfen, Berge von Klamotten zu besitzen- alles normal. Mich hat das schon damals gestört, und sicher sind die „Lehren“ aus meiner Kindheit (wie ich meinen Haushalt nicht führen will) ein wichtiger Bestandteil meines Alltags. Nicht, dass meine Familie „messy“ wäre! Aber mein Ordnungssinn ist weitaus pedantischer.
Außerdem hing ich noch nie an Gegenständen, nur an ganz ganz wenigen. Ein Ring und eine Kette, die mir lieb und teuer sind. Mein treues altes Auto, Nikolais Geburtsarmbändchen… Das war es beinahe schon! Ausmisten fiel mir noch nie schwer.
Was, wenn ihr aber diese Persönlichkeitszüge nicht in Euch wiederfindet, und dennoch zuhause mehr Platz schaffen wollt? Ich habe mir viele Gedanken über pauschale Ratschläge zu dem Thema gemacht, und wage einen Versuch.


1) Nicht alles auf einmal angehen. Nimm Dir dein Zuhause Stück für Stück, und Raum für Raum vor.
2) Sei ehrlich zu Dir selbst. Benutzt/isst/kochst du diese Sache wirklich nochmal? Trägst du das Kleidungsstück tatsächlich, oder lungert es in einem Vielleicht-kann-ich-es-noch-brauchen-Zustand in deinem Schrank herum? Was ist mit dem Sack Chiasamen, den du aus einer Fitness-Laune heraus gekauft hast, wird der noch verbraucht? Vielleicht können ihn Freunde/Nachbarn brauchen, während er bei dir nichts als Stauraum wegnimmt.
3) Wenn du bei einigem noch schwankst, habe ich eine Methode die für mich gut funktioniert (bei Kleidung): Ich habe mir in meinem Kleiderschrank ein Fach eingerichtet, in das ich Dinge lege die mir eigentlich nicht mehr gefallen. Die ich nur noch habe, weil eiiigentlich die Farbe/das Muster so schön ist (aber der Schnitt nicht), oder die Sache teuer war/zu gut erhalten und zu schade zum Weggeben ist. Tatsächlich habe ich aus dem Fach ein Paar Schuhe wieder hervorgeholt, nachdem mir ein taupe-farbenes Paar Büropumps zu meinem Look fehlte. Eigentlich mag ich die Schuhe nicht so gern, weil sie unbequem sind und der Absatz unvorteilhaft ist. Aber Farbe und Schlichtheit passten zu meiner Kleidung, und so kehrten die Pumps aus ihrem Exil zurück.
->  Alles, was dort allerdings länger als einen Monat liegt, geht gnadenlos in die Spende/an eine Freundin/zu ebay.
4) Die One-in, One-out Regel. Sie besagt, dass Du für jedes neu gekaufte Stück ein altes weggeben sollst. Das mache ich ganz unbewusst inzwischen immer so.


5) Genau über einen neuen Kauf nachdenken, und nur kombinierbare Kleidung anschaffen. Diese Shoppingtouren mit Freundinnen, bei denen Du tütenweise günstige Massenware nach Hause schleppst, sind natürlich spaßig. Aber sie sind auch Gift für dein nachhaltig-minimalistisches Zuhause- sei es Kleidung, Deko oder Essen das du eigentlich nicht brauchst. Ich kenne das noch von mir selbst: Im Laden sah es gut aus, war vielleicht sogar noch spottbillig und könnte wunderbar zu XY passen. Am Ende landet es nach dreimal tragen/einer Deko-Saison/einmal kochen in einer unbesehenen Ecke, und war dann doch nichts als eine Geld- und Platzverschwendung (so geschehen bspw. mit einem pfirsichfarbenen Cut-Out-Badeanzug, lila Weihnachtskugeln, Quinoa etc.).
Erst kürzlich habe ich meinen Rockbestand von zwei auf drei aufgestockt. Neben einem schwarzen und einem grauen hängt nun ebenfalls ein cremefarbener in meinem Schrank. Das eröffnet mir so viele neue Style-Möglichkeiten! Ich habe zwei Tage lang darüber nachgedacht, obwohl es ein Miu-Miu-Second-Hand-Schnäppchen für 40 € war.

Die lange Bedenkzeit lag sicherlich vorwiegend an meiner finanziellen Situation, denn das ist für mich immer noch… ja gut, „viel Geld“ wäre übertrieben- aber es ist kein Pappenstiel. Mein Shoppingbudget im Monat liegt bei 50€, und selbst die gebe ich sehr ungern aus. Dafür kann einfach zu viel geschehen, für das ich das Geld dann brauchen könnte (zB an meinem guten alten Mini Cooper!).
Aber ich habe AUCH deshalb gründlich über den Rock nachgedacht, weil ich zunächst alle Styling-Kombinationen im Kopf durchgegangen bin (das geht zB bei Poylvore super, da hat man den Look sogleich vor Augen). Teile, die farblich oder vom Schnitt her kaum kombinierbar sind, kaufe ich GAR NICHT mehr. Ich möchte mich nicht mit einer roten Lederjacke/einer riesigen Schleife an der Bluse/einer krassen Farbe einschränken und womöglich zuerst noch weitere Stücke kaufen müssen, damit überhaupt was zu dem neuen crazy Teil passt.
Sicherlich gibt es Menschen, die sich diesen Luxus leisten können. Soll ja jeder Jeck seinen Vorlieben nachgehen, keine Frage! Es ist lediglich meine Vorgehensweise, wie man Schrank-Chaos vermeidet und beseitigt. Das heißt nicht, dass mir neonfarbene Pumps und bunte Fake-Fur-Jacken an anderen Frauen nicht gefallen. Und ganz unter uns, wenn mein Studium abbezahlt ist, werde ich mir vielleicht auch mal so eine tolle Teddy-Zottelfell-Jacke kaufen, die man nur im Herbst tragen kann! Einfach zu süß, auch wenn sie im Büro und im Kleinkind-Alltag höllisch unpraktisch sein muss.
Ich hoffe, Dir einen kleinen Einblick in meine „Taktik“ gegeben zu haben. Und kann versprechen, dass Du dich befreit fühlen wirst, nachdem all der ungenutzte Kram aus deinem Zuhause verschwunden ist! Es tut gut, bewusst einzukaufen und die Dinge WIRKLICH zu gebrauchen, die im Einkaufskorb landen. Sollten dir dadurch Ausgaben erspart bleiben, umso besser. Leg sie doch für einen schönen Urlaub beiseite, in den Du mit nur zehn Teilen eine ganze Woche auskommst  (Man muss es nicht übertreiben! Das ist nicht ganz ernst gemeint- aber durchaus möglich).

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