Sport=Selbstliebe.

Lange Zeit habe ich Sport beiseite gelassen, obwohl ich eigentlich Spaß daran habe. Ich kenne die Argumente dagegen, weil sie mir selbst lange Zeit gedient haben: keine Zeit, keine Lust, fühl mich schlapp, fahre eh nicht in den Urlaub und brauche daher keinen Bikinibody. Ja, ich wollte nicht die wenige gemeinsame Zeit mit Nikolai dazu nutzen, meine Yogamatte hervor zu kramen. In meinen Ferien habe ich dann doch wieder mit einigen Übungen begonnen, und freue mich sehr über die Auswirkungen auf Körper und Geist. Das reine Kalorienzählen, um den Büro-Body einigermaßen in Form zu halten, reichte mir nicht mehr zur Erhaltung meiner Gesundheit und Form aus.

Ich begann also mit Zirkeltraining auf meiner Yogamatte. Fünf verschiedene Übungen, von denen ich jeweils drei Sätze absolviere. Das dauert nicht länger als 20 Minuten UND macht auch Nikolai großen Spaß! Er klettert dann auf mir herum, macht mit und imitiert mich. Ich beginne mit Squads, gefolgt von Side-Planks, Crunches, Frauenliegestütz und der guten alten „Schere“, um den unteren Bauch zu trainieren. Die Squads wechseln sich tageweise mit Lunges (Ausfallschritten) ab, und ich mache jedes Mal von allem eine Wiederholung mehr.

Kombiniert mit einem ausgewogenen (und Kalorien-berücksichtigendem) Speiseplan fühle ich mich schon jetzt nach gut drei Wochen weitaus wohler und straffer. Zusätzlich bin ich dreimal die Woche für eine Stunde mit dem Fahrrad unterwegs. Nicht primär aus Sportgründen, sondern weil es meinem Kopf, den Beinen und meiner Haut irre guttut. Ich sitze neun Stunden im Büro (bekanntlich ohne kippbare Fenster). Da braucht man einen Ausgleich an der frischen Luft, und ich merke an der Passform meiner Jeans sowie an meinem Teint, dass diese Theorie völlig richtig ist. Klamotten passen besser, die Haut fühlt sich glatt und zufrieden an (ja, ZUFRIEDEN).

Was ich mit diesem kurzen Einblick in mein Mini-Sport-Programm sagen will: Ich hätte mich nicht davor scheuen sollen, die Zeit für ein wenig Training einzubauen. Denn es ist etwas, das Du für DICH tust. Für Deinen Körper, der in der Schwangerschaft Opfer gebracht hat. Den Du mehr als einmal pro Woche mit Deinem Lebensstil belastest. Sei es der Job oder zu viel Junkfood, zu wenig Wasser, Zigaretten, Alkohol, Stress, Schlafmangel. Da ist es eine Form des Respekts vor sich selbst, seinen Körper zu stärken und ihm eine Auszeit zu gönnen. Auf dessen Bedürfnisse einzugehen und einen Ausgleich zum Alltagsstress zu schaffen.

Mir geht es da nicht primär ums gute Aussehen, aber das ist natürlich ein schöner Nebeneffekt. Mein Po ist größer geworden (hier ist das etwas Gutes!), und wie bereits erwähnt danken es mir die Hüften, Bauch, Haut und das Gedankenkarussell ebenso.

Ich sage ja nicht, dass Du gegen Deinen Willen auf einer Matte schnaufen musst. Aber das Radfahren macht mir beispielsweise unheimlich Freude. Vielleicht magst du es auch, und man kann sogar sein Kind mitnehmen (oder mehrere, wenn man einen Anhänger besitzt). Vielleicht schwimmst oder läufst du gern, oder hast ein Trampolin im Garten. Mir persönlich tut es jedenfalls sehr gut mich zu bewegen, anstatt nach Feierabend vor dem TV zu versacken. Das macht zwar ebenfalls Spaß, ist aber nach einem Tag auf meinem Drehstuhl nicht der passende Ausgleich. Nach getanem Training/Vorkochen/Babybad jedoch durchaus der gelungene Abschluss des Abend. Und man fühlt sich wesentlich besser, wenn man vorher aktiv etwas fürs eigene Wohl getan hat.

 

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