Kuhmilch ist für Kälbchen.

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Ich habe meinen Nikolai unheimlich gern gestillt und diese ganz besondere Zweisamkeit sehr genossen. Sein winziges Händchen das meine Rippen streichelte, während die Kulleraugen immer kleiner wurden- und schließlich zufielen. Der Babyduft, Haut an Haut einfach so da sitzen und die Welt vergessen.

Mit acht Monaten reichte es meinem Wutz dann mit dem Babysein, und er biss mich sehr bestimmt und fest in die Brust (bis ich weinte). Das fand er total lustig, ich leider überhaupt nicht. Relativ zügig begann er dann, Brei zu essen. Da das Einschlafen bis dahin stets entweder an der Brust oder im Maxicosi stattgefunden hatte, musste ich mir etwas einfallen lassen, um ein neues Schlafritual zu gestalten.

Nikolai zog um in sein eigenes Bettchen (ungefähr zur selben Zeit wollte er nämlich auch nicht mehr geschaukelt werden), das neben unserem stand. Eine Zeitlang setzte ich mich dann zum Einschlafen neben sein Bettchen, steckte die Hand durchs Gitter und hielt ihm das Fläschchen bis er eingeschlafen war. Das macht Niki aber nun schon längst allein. Er wird ins Bett gelegt, trinkt selbstständig und wuschelt sich so richtig in seine Decke.

Ich befasste mich nach dem Abstillen intensiv mit den Möglichkeiten, welche Milch nun am besten zu füttern sei. Da ein Baby von acht Monaten noch kein Abendbrot isst, war mir ein Teefläschchen nicht sättigend genug.

Zu den verschiedenen Milchpulvern las ich häufig von erschreckenden Nebenwirkungen: Bauchweh bis hin zum (blutigen!) Durchfall, Blähungen, Nahrungsverweigerung. Außerdem fand ich es nicht gut meinem Baby industriell verarbeitetes Milchpulver zu geben, das zudem auf Kuhmilch basiert.

So gelangte ich schließlich zu den Möglichkeiten einer pflanzlichen Flaschennahrung. Es geht mir nicht darum, mein Kind vegan zu erziehen und alle tierischen Produkte zu verteufeln. Sicherlich sind Nährstoffe aus qualitativ hochwertigen tierischen Erzeugnissen wie Eiern und Fleisch gesund für unseren Körper. Aber (auch wenn unsere Kultur das so suggeriert) KUHMILCH ist Nahrung für ein artfremdes Säugetier. Es ist NICHT natürlich, sich davon zu ernähren. Milch im Kaffee und mal ein Stück Käse zu Baguette sollten auch für Erwachsene Leckerchen und Ausnahmen sein, anstelle von vorwiegender Nahrungsquelle.

So kam ich in meinen Recherchen auf die Hafermilch. Mandelmilch war weniger ein Thema, da eine Ernährung mit reiner Mandelmilch zu schweren Mangelerscheinungen beim Kind führen kann. Zudem achte ich natürlich darauf, Nikolai auch ohne Milchpulver in anderer Form genügend Nährstoffe zuzuführen.

Im Übrigen gibt es zahlreiche Ärzte und Studien die betonen, dass Kuhmilch weder für Erwachsene noch Babies ein geeignetes Nahrungsmittel ist. So sagt beispielsweise Dr. Melnik, Arzt aus Osnabrück:

„Der Mensch hat […] nur etwa ein Gramm auf 100ml [Muttermilch]. Nach etwa einem halben Jahr verdoppelt das Baby sein Gewicht. […] Kuhmilch enthält […] 3,5 Gramm auf 100 ml. Kälber verdoppeln nach 40 Tagen ihr Geburtsgewicht. Die Wachstumsgeschwindigkeit eines Säugetiers hängt von der Eiweißmenge der Milch ab. Die Kuhmilch sendet wachstumsbeschleunigende Signale […], aber in der falschen Stärke.“ 1)

Ich habe Euch zur Veranschaulichung eine Tabelle erstellt, in der wir die wichtigsten Nährwerte (jeweils auf 100 ml) von Hafer-, Kuh-, Pulver- und Muttermilch vergleichen wollen:

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Muttermilch

Hafermilch Milchpulver Kuhmilch, 1.5%
Kalorien 70kCal 45kCal 80kCal 47kCal
Eiweiß 1g 0,9g 2,6g 3,5g
Kohlenhydrate 7g 6,5g 8,4g 4,9g
Fett

4,4g

1,5g 3,9g 1,5g
Calcium 32mg ~40mg 100mg 120mg

 

Was fällt hier auf?

Die Nährwerte von Kuh- und Muttermilch unterscheiden sich am meisten! Das Milchpulver, das auf Kuhmilch basiert, weicht ebenfalls deutlich von den Werten der menschlichen Milch ab- außer was die Kalorien betrifft (dies liegt am erhöhten Zuckergehalt im Milchpulver). Hafermilch enthält zwar zu wenig Fett und somit Kalorien im Vergleich zu Mamas Brust. Dies lässt sich aber durch einen Schuss hochwertigen Öls ins Fläschchen leicht ausgleichen. Denn ansonsten ähneln sich die Nährwerte von Mutter- und Hafermilch weit mehr, als man annehmen könnte.

Überhaupt ist es ein Irrglaube den die Industrie in unsere Köpfe gepflanzt hat, dass wir „das Wertvolle der Milch“ brauchen, geschweige denn verarbeiten können. Sehr interessant finde ich hierzu dieses Zitat:

„Kuhmilch enthält relativ viel Calcium. Das müsste […] eigentlich höchst merkwürdig erscheinen. Milchkühe erhalten […] pflanzliche Nahrung. Außerdem trinken sie[…] KEINE Kuhmilch. Folglich muss in Pflanzen ausreichend Calcium enthalten sein, das die Kuh für sich nutzen und mit dem sie ihre Milch anreichern kann.“2)

Und weiter:

„So fördert die Fettsäurenkombination der Muttermilch die Entwicklung des Menschengehirns, während Kuhmilch all das enthält, was für ein Kuhgehirn nötig ist.“2)

„Da in der Kuhmilch neben Calcium außerdem ein hoher Phosphorgehalt vorhanden ist, kann das viele schöne Kuhmilchcalcium nur suboptimal genutzt werden. Eine phosphorreiche Ernährung nämlich senkt automatisch die Aufnahmekapazitäten für Calcium[…]“2)

Ich möchte Euch mit diesem kurzen wissenschaftlichen Exkurs einfach zeigen, dass es von der riesigen Milch- und Säuglingsnahrung- Industrie natürlich gesteuert und gewollt ist, dass wir Menschen an den Gesundheitsfaktor in der Kuhmilch glauben. Aber es ist Fakt, dass dies so nicht richtig ist.

Ich möchte, wie immer, niemanden bekehren oder verurteilen, der eine andere Meinung hat als ich. Aber mir persönlich leuchten Argumente wie die oben zitierten ein. Und mein Nikolai gehört mit seiner Hafermilch zu den größten und stärksten Kindern seines Alters. Ihm hat es definitiv nicht geschadet, ohne Milch(pulver)-Fläschchen einzuschlafen. Und ich würde es bei meinem nächsten Baby genauso machen.

 

Quellen:

1) https://www.noz.de/deutschland-welt/gut-zu-wissen/artikel/580629/kuhmilch-ist-kein-nahrungsmittel-fur-den-menschen#gallery&0&0&580629

2) https://www.zentrum-der-gesundheit.de/kuhmilch.html

 

5 Comments

  1. Anne sagt:

    Huhu liebe Madlin…
    Ein sehr interessanter und informativer Artikel. Ich hab mich auch schon mit dem Thema beschäftigt und zum größten Teil bei meinem Kleinen auf Milch verzichtet. Aber jetzt hat er Joghurt für sich entdeckt und ich möchte ihm den eigentlich auch nicht verbieten. Wie hälst du das mit deinem Wutz? Liebe Grüße Anne

    • NikiMami sagt:

      Das finde ich auch okay! Wutzi darf Jogurt essen, und das ist bei uns oft nur eine Phase! Eine Woche mag er ihn, in der nächsten ist Jogurt out. Habe das Gefühl, der kleine Körper erfüllt da einfach seine Bedürfnisse. Du kannst Jogurt auch selbst herstellen, Rezept poste ich am We 😊😘

  2. Irene sagt:

    Liebe Madline ! Super toller Beitrag und auch sehr interessant !!! Auch wir als wir kinder waren bekamen keine Kuh Milch sondern Reis Milch mit Fenchel Tee . Als wir älter wurden bekamen wir immer an und an ein rohes Ei drinn gemischt oder öl. ( falls es mal zu spät für essen wurde). Hat uns auch nicht geschadet. Damals haben viele Leute nicht verstanden , auch in der Schule war ich ziemlich Außenseiter weil ich zur Schule Karotten , Wassermelone , Kichererbsen als Snack hatte statt ein Nutella Brot ! Das bedeutet nicht das ich das nicht ab und zu esse , aber die Verantwortung ist von den Eltern und du machst es sehr gut und klein N wird dir dankbar sein wenn er älter ist !

  3. Irene sagt:

    Übrigens jetzt wo das Thema Yoghurt kommt . Ich persönlich achte auch jetzt als erwachsene ( si gut es geht) bestimmte Sachen am Tag nicht zu wiederholen ! Das heißt , habe ich käse gegessen ? Dan am Abend nicht erneut , Eier, Fleisch, usw außer veggies and fruit natürlich. Ich finde einfach zB in jeder Mahlzeit Kohlenhydrate oder Fleisch zu essen schadet genau wie immer Milchprodukte zu essen . Also finde ich die alternative mal Yoghurt dann aber hafermilch sehr gut :)! Ausgleich ist ja bekanntlich the Key 🙂 auch in Kids !

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