DiY 2: Kühlschrank.

Nachdem du erfolgreich deinem Kleiderschrank zu Leibe gerückt bist (und dich bestimmt innerlich 10 Kilo leichter fühlst?!) können wir uns das nächste Projekt vornehmen: den Kühlschrank und deine Vorräte. Ich hatte noch vor wenigen Monaten stets einen prall gefüllten Eisschrank. Aufschnitt, Jogurts, Fleisch, Sahne, Saucen, Gemüse. Tiefgefroren dann Pfannengerichte, unzählige Kartoffelprodukte, Pizza, Bofrost Hähnchen, Brötchen, Eis, weiteres Gemüse. Bisher nicht aufgezählt: die ganzen Trockenvorräte wie Nudeln, Mehl, Gewürze, Nutella, diverse geöffnete Packungen Frühstücksflocken etc. etc.

Ging ich einkaufen, wanderte stets gut doppelt so viel in den Wagen, wie zuvor geplant. „Vielleicht habe ich bald nochmal Lust dies zu kochen und das zu naschen“, oder: „Wir haben lange keine Lasagne mehr gegessen.“

Ich hatte definitiv keinen Überblick über all das Essen in unserer Küche (oder die Naschereien in der Süßigkeitenschublade). Alle drei Wochen kam der Bofrost Mann, und das Eisfach wurde voller und voller.


Dann erreichte mein Konto zu Beginn diesen Jahres einen Tiefpunkt. Der Monat dauerte noch 10 Tage, und das Konto war beinahe leer. Ein mieses Gefühl, das mich in leise Panik versetzte: wie sollte ich nur bis zum Ende dieser anderthalb Wochen täglich ein Essen auf den Tisch zaubern?! Ich begann, mich aus der Not heraus intensiv mit den Vorräten zu beschäftigen. Durchforstete jede Schublade, den Kühl- und Gefrierschrank. Dann schrieb ich das Ergebnis meiner Inventur auf, und erstellte mithilfe der Liste einen Speiseplan. Siehe da- es kamen, genau wie beim aktuellen Kühlschrank-Bestand, genügend Gerichte zusammen! Ich musste nur Nikolais Hafermilch, Pampers und Milch für meinen Kaffee zukaufen.

Hier also ein paar kurze Schritte auf dem Weg zu geordneten, zweckmäßigen Küchenvorräten:

1.) Ausmisten.

Da kommst Du leider nicht drum herum! Räume alle Schubladen, Schränke, Kühlvorrichtungen aus. Verschenke verschlossene Packungen, die ohnehin nie von Euch gegessen werden (wie bei mir Pralinen). Verarbeite endlich die Bäckerbrötchen zu Paniermehl, die du aus gutem Willen nach dem Mädelsfrühstück eingefroren hast (schmecken aufgebacken niemals genauso gut). Platziere alles, was in nächster Zeit verbraucht werden muss, in Sichtweite. Und das, was entweder bereits verdorben, vertrocknet oder aufgeweicht ist- raus!


2.) Erstelle eine Liste.

Versuche, deine Inventur zu dokumentieren. Erstelle dann eine Liste mit Gerichten, die du aus den gefundenen Nahrungsmittel zaubern kannst. Vielleicht hast du eine wiederbeschreibbare Tafel am Kühlschrank, auf der sich von jetzt an immer eine aktuelle Menüplanung findet..?

3.) Kaufe nur das, was du brauchst.

Nichts gegen Heißhungerkäufe!  Auch ich habe mal außer der Reihe Lust auf Chips, einen Tapas-Abend oder eine Lasagne, und kaufe dann extra die Zutaten ein. Aber das sollte die Ausnahme werden/bleiben. Gerade frische Sachen wie Gemüse, Fleisch und Milchprodukte sollten nur in den Einkaufswagen wandern, wenn sie auch benötigt werden. Auch die Einkaufstouren „aus Langeweile“ oder weil ich „Lust habe, zum Rewe zu fahren“ spare ich mir inzwischen. All die halbvollen Beutel Chips, Kekse, Gummibärchen, auf die man nach einer Woche keine Lust mehr hat. Und die nach solchen Touren monatelang ihr Dasein fristen- bis man sie am Ende doch wegschmeißt. Schade um das Essen, und ums Geld.

Dieses System hat sich seitdem in unserem Zuhause etabliert, und das kannst du auch ganz einfach praktizieren (ja, ob mit Kind oder ohne)! Es hilft nicht nur dabei, weniger wegzuschmeißen und Geld zu sparen. Sondern bewahrt auch den Überblick über vorhandene Vorräte. Mehr als einmal sind früher beim Kühlschrank-Abtauen Produkte aus den Tiefen der Schubladen aufgetaucht, die längst vergessen waren!

Ich habe, genau wie in meinem Kleiderschrank, nur noch Dinge im Haus, die wir mögen und verbrauchen. Klar bleibt schon mal ein Rest Quark im Schälchen, oder ein halber Apfel übrig. Aber es wird weder Fleisch vergessen (kaufe nur noch etwas Hähnchen beim Bofrost, und ganz selten mal ein gutes Steak), noch vergammelt das überflüssige Gemüse. Und ich ziehe nicht mehr wie „früher“ los oder werfe mehr oder weniger wahllos Produkte in den Einkaufswagen. Erstens kann ich mir das zur Zeit nicht leisten. Und zweitens kann ich durch bewussten Konsum qualitativ hochwertige(re) Dinge einkaufen, anstatt die Massenproduktion von Billigwaren zu unterstützen. Auf lange Sicht gut für die Umwelt, das Gewissen- und nicht zuletzt für Dein Portmonee.

 

 

4 Comments

  1. Sonja sagt:

    Sehr gute Einstellung👍 Seit dem Frühjahr gibt es bei uns jede Woche einen Essensplan, da ich ein Jahr in Elternzeit war mit unserem 2.🐭kind muss einfach auch mehr auf das Geld geachtet werden. So lernt jetzt auch unsere Große (7J.), dass nicht immer alles selbstverständlich ist. Gerade letzte Woche musste ich erschreckend eine alte Frau mit Rollator an einem Müllcontainer eines Supermarktes beobachten😢

    • NikiMami sagt:

      Es ist wirklich befremdlich, wie viele Menschen sich auch im Industrieland Deutschland zu so etwas gezwungen sehen 🙁 Und dann schmeißen die Bäckereien am Abend oft alles weg, anstatt es der Tafel o.ä. zu spenden! So schade.

  2. Irene sagt:

    Liebe Madline ! Das machst du echt toll ! Ich muss zugeben das ich seit länger Zeit mit dem kühlachrank angefangen habe aus Thema Gesundheit. Wenn ich zu viel zuhause habe esse ich auch zu viel ! Als aller erstens und wichtigstes habe ich mich realistisch gefragt was ich quasi jeden Tag konsumieren könnte unabhängig davon wie viel es kostet . Früher hatte ich 1000 packtete nudeln , einige schachteln Reis oder billig Kartoffel Püree . Dies habe ich gegen Quinoa , linsen nudeln und Kichererbsen ersetzt . Ist zwar teurer aber deswegen habe ich auch nur eine oder zwei Packungen auf Reserve . Diese Sachen lassen sich auch toll kombinieren mit aller Art von Gemüse die gerade in Angebot ist . Wenn mein Freund kommt statt ein packet Fleisch zu kaufen besorge ich ihn ein tolles Steak . Ist zwar teurer , aber wie du sagst , Qualität statt Quantität ! Er genießt es auch in vollen Zügen und wir werfen nichts weg . ZB mache ich 1-2 mal im Monat Lasagne . Die Pasta habe ich immer oder Tomaten auch auf Lager. Also habe ich das Fleisch reingeworfen und bemerkt das mir die Karotten fehlen . Ich gebe zu das ich Karotten kaum esse und leider da wo ich einkaufen war gab es keine lose . Also wieso sollte ich 1 kg kaufen für zwei Karotten die ich eigentlich brauche ? Werde die halt ohne machen oder Papa fragen der nebenan wohnt ob er welche noch hat . Bevor ich was wegschmeiße mach ich ein tupper für meie Schwester für alle seine Kollegen oder bringe es ins Büro für alle einfach mit . Nur wenn mein Freund da ist ist natürlich der kühli voller aber auch da geht es mit Einkaufsliste !

    • NikiMami sagt:

      Das hast du sehr schön gesagt, liebe Irene! Klasse, dass ihr auch so bewusst einkauft und Eure Mahlzeiten plant! Ob allein, mit Mann oder Kind. Super 🙂 👍🏼

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