Working Mum.

Heute mal ein ganz klassischer, unpoetischer Wochenbericht aus dem Leben einer Working Mum. Ich hätte nie von mir gedacht, dass ich im Leben eines Tages diese Rolle bekleiden würde. Aber wie heißt es so schön? Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Und gemäß meiner Das Leben ist kurz und schön Philosophie nehme ich auch diese Veränderung für mich an und mache das beste daraus. Immerhin kann ich mich nun wirklich nicht beschweren: Meine Firma ist fußläufig zu erreichen. Ich habe einen weitaus anspruchsvolleren Job bekommen als den, auf den ich mich beworben hatte, und kann mir und dem Wichtelchen unseren gewohnten Lebensstandard erhalten. Nicht zuletzt die Kita-Eingewöhnung, welche sowohl in S‘ als auch in meinem Terminkalender wunderbar hinein passte.

Wie also sieht unser neuer Alltag aus? Ich stehe gegen 5.30 auf. Nikolai wird zwar von allein wach, braucht aber stets ein paar Minuten um in Form zu kommen. Während ich mich schminke, schaut er meistens eine Folge seiner Kindersendung, oder badet neben mir. Das ist stimmungsabhängig, aber Hauptsache, er ist beschäftigt. Es gibt Tage, an denen möchte er die ganze Zeit auf meinen Arm, quengelt und verlangt Aufmerksamkeit. Ich schaffe es dann natürlich nur knapp und einarmig, mich für die Arbeit fertig zu machen. Daher ist mir die Variante „Er ist beschäftigt“ 100x lieber.

Flocke wohnt übrigens unter der Woche bei meiner Freundin. Ich würde es weder schaffen, ihr gerecht zu werden, noch möchte ich die arme knapp 9 Stunden am Tag allein lassen. Da traf es sich prima, dass meine Freundin nach dem Umzug ihren Wunsch nach einem Hund wahr machen wollte und wir unser „Dog-Sharing“ in Leben rufen konnten.

Nach dem Waschen, Anziehen und Schminken frühstücken Nikolai und ich gemeinsam in der Küche. Er beobachtet mich zur Zeit ganz genau und möchte alles machen (und essen) wie Mami. Um 7.30 nimmt S mir den Zwerg ab und ich gehe zur Arbeit. Während die beiden in der Kita-Eingewöhnung sind und den Tag gemeinsam verbringen, bemühe ich mich im Büro, möglichst schnell möglichst viel zu erlernen. Um 16.15 kann ich mich ausstempeln, und S übergibt mir Nikolai, sobald ich zur Tür herein komme. Dann essen wir etwas kleines. Er fällt mir nämlich nicht um den Hals, sondern schreit bei meinem Anblick „Njam Njam!“. Offenbar assoziiert mein Kind mich mit Futter, obwohl er die Brust sicher lange vergessen hat.

Dann bemühe ich mich, ein wenig zur Ruhe zu kommen. Koche für den nächsten Tag vor, wasche meine Tupperware ab, packe Nikolais Rucksack aus und ein. Bis ich damit fertig bin, ist es meist 17.30. Entweder fahren wir danach noch zum Supermarkt, oder spielen in Nikis Zimmer. Weil er bei S einen langen Mittagsschlaf macht, ist mein Sohn bis 19, 19.30 nicht kleinzukriegen. Er geht vor dem Schlafen baden, ich bereite ein kleines Abendessen vor und dann habe auch ich Feierabend. Zeit zum Duschen, für eine Tasse Tee und eine Folge meiner Lieblingsserien. Ich gehe meistens zwischen 20.30 und 21.00 ins Bett, um möglichst ausgeschlafen zu sein. Nikolai weckt mich zwischen drei- und fünfmal auf, und ich möchte um 5.30 ausgeschlafen sein.

Am Freitag Nachmittag komme ich dann in eine leere Wohnung. Niki verbringt das Wochenende bei S, sodass ich Zeit zum Ausspannen und für den Haushalt habe. Ist es nicht unbedingt notwendig, verschiebe ich das Staubsaugen, Wischen, Waschen und Bügeln auf den Samstag und Sonntag. So bleibe ich beschäftigt und habe unter der Woche weniger Stress am Feierabend. Die Abende sind für Dates, Freunde und Familie reserviert. Ich kann mich in Ruhe verabreden; ein Glas Wein trinken, essen oder ins Kino gehen. Am Sonntag Nachmittag kehrt dann mein Wichtelchen zurück nach Hause, und schon ist eine weitere Woche vorüber.

Nach der Eingewöhnungszeit in der Kita wird S in seine Unistadt zurück ziehen. Ich werde dann vor der Arbeit Niki hinbringen und ihn danach abholen. Im Sommer würde ich das gern mit einem Fahrrad machen (das ich mir noch kaufen muss). Bisher jedenfalls funktioniert die Alltagsplanung und –organisation wunderbar. Wichtel und ich sind nach wie vor ein starkes Team. Und sollte mal etwas in der Kita sein, bin ich in wenigen Minuten vor Ort (oder Familie und Freunde kommen eingeflogen).

Und wenn meine eigene Eingewöhnung im Büro vorbei ist, habe ich auch den Kopf wieder frei für die Liebe. Das sind doch wundervolle Aussichten!

 

1 Comment

  1. Bianca sagt:

    Ein sehr schöner Post. Irgendwann kriegt man Routine in der Morgengestaltung mit Kleinkind, glaub mir. Aber unser Tag beginnt auch so früh, 6.30 Uhr muss mein Kleiner schon in der Kita sein.
    Viele Grüße Bianca
    http://ladyandmum.blogspot.de

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