Kuhmilch-Bewusstsein

Ich habe vor einiger Zeit das Thema Milchkuh angesprochen. Dass die Tiere genau wie wir Menschen neun Monaten lang schwanger sind, und nach der Geburt ihrer Kälbchen beraubt (und zum Dank ausgebeutet!) werden.

Die unersättliche Menschheit und mit ihr die Milchindustrie verlangen diesen freundlichen Säugetieren alles ab. Die Kühe sind depressiv. Viele von ihnen sehen kein Tageslicht, keine grünen Weiden, und vor allem ihre Babys nie wieder. Für mich als Still-Mami eine unvorstellbare Tortur! Mein Kind nach der Schwangerschaft nie wieder zu sehen, weil eine andere Spezies meine Milch haben will. Es ist und bleibt ein für uns Menschen unnatürliches Nahrungsmittel. Wer auch immer auf die Idee kam, Kuhmilch zum Konsumgut zu machen, kann von Biologie keine Ahnung gehabt haben.

Ich habe in meinen ersten Berichten zu dem Thema gesagt, dass ich gänzlich von Kuhmilch-Produkten Abstand nehmen will. Zum Einen aus Solidarität zur Milchkuh, zum Anderen, weil es einfach gesünder ist. Kuhmilch ist nicht gesund für uns! All die Werbelügen wie „das Beste aus der Milch“ oder „Milch macht müde Männer munter“. Falsch und beinahe schon kriminell.

Dennoch wachsen wir alle mit Kuhmilchprodukten auf, von Säuglingsbeinchen an. Flaschenbabys trinken Milch auf Pulverbasis, die aus Kuhmilch gewonnen wird. Kinder essen Jogurts, Pudding, Käse, trinken Milch zu Keksen. Und als Erwachsene kennen wir ein Leben ohne Kuhmilchprodukte zumeist nicht mehr. Das ist auch für mich ein Problem, und ich habe für uns einen Mittelweg zwischen Gesundheit, Gewissen und Genuss gefunden (Alliteration nicht beabsichtigt 😉

Ich bin bekennende Supermarkt-Liebhaberin und genieße das Planen, Zusammenstellen und schließlich das Genießen eines selbstgekochten Menüs. Plötzlich darüber nachzudenken, in welchen meiner Lieblingsspeisen Kuhmilchprodukte enthalten sind, machte mich traurig. Es machte mich vor allem traurig, weil mich die Massen erschreckten die in den Regalen liegen (achtet mal drauf!). Wie viele Kühe mussten dafür ihre Kälbchen zurücklassen? Wie viele Kälbchen stehen nun ohne ihre Mama in einem Stall, eingepfercht mit Leidensgenossen? Werden zu Steaks verarbeitet oder sind bereits die nächste Generation leidender Milchkühe?

Ich dramatisiere hier keineswegs. Das ist die Realität. Nur, dass am liebsten keiner sie hören will.

Zurück zu meiner Trauer im Supermarkt. Ich dachte also bei meinen ersten Einkäufen nach dem Milchkuhartikel an die armen Tiere. Dann wurde ich, leider typisch Mensch, egoistisch. Und begann, seufzend die geliebten Produkte im Regal zu ignorieren. Nicht, dass ich mich nicht schon vorher mit dem Thema vegane Ernährung auseinander gesetzt hätte. Reine Kuhmilch kommt bei uns schon lange nicht mehr auf den Tisch. Im Müsli esse ich seit Jahren Hafer- oder Mandelmilch. Ein Glas des weißen Getränks zu Keksen fiele nur S ein. Lediglich einen Schluck in meinem Morgenkaffee brauche ich. Das macht 0,5 Liter pro Woche aus. Niki trinkt seit meiner Beschäftigung mit dem Thema Hafermilch in seinem Fläschchen, und verträgt diese hervorragend. Aptamil ist somit ebenfalls schon lange aus unserem Schrank verschwunden.

Wieso also läuft Madline seufzend durch den Supermarkt? Das will ich euch sagen: Wegen Parmesan. Wegen Mozzarella, Fruchtzwergen, Kräuterquark, Oreo-Eis und Rahmsauce. Wie oft erwischte ich mich dabei, nach den Produkten zu greifen und dann zu denken „Oh. Ist ja aus Kuhmilch.“ Auch wenn es heutzutage immer mehr Alternativen zu genannten Produkten gibt- so ganz dasselbe ist es dann doch nicht. So beschloss ich, für uns einen Mittelweg zu finden. Der halbe Liter Reinmilch für Muttis Kaffee kommt vom Bauernhof. Und Produkte, ohne die meine Gerichte einfach farbloser wären, die verbiete ich mir nicht. Ich konsumiere sie aber bewusst und so wenig wie möglich. Mit 200 Gramm Parmesan kommt man zwei bis drei Wochen aus. Habe ich Heißhunger auf einen Fruchtzwerg, kaufe ich ihn (kommt einmal im Halbjahr vor). Und möchte ich nochmal ein schönes Stück Camembert zum Baguette, dann haue ich mir nicht seufzend selbst aufs Händchen. Das Leben soll ja Spaß machen, und es soll köstlich sein!

Aber dennoch ist mir ein bewusster Umgang mit Kuhmilchprodukten wichtig geworden. Es ist weder für mich, noch für meine kleine Familie gesund. Und die Kühe tun mir nach wie vor von Herzen leid. Ich werde in einer ruhigen Minute mit den guten Menschen von Kuhplusdu Kontakt aufnehmen, um mich zu engagieren.

Ein gutes Herz hat schließlich noch keinem geschadet.

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