Alles wird gut. 

Gestern Morgen wäre ich am liebsten im Bett geblieben und hätte gar nichts getan. Im dunklen Schlafzimmer liegen, fernsehen und kein Tageslicht an mich heranlassen.Zum Glück ist da noch wer, der das nicht erlaubt: Baby Nikolai und Flocke. Die beiden haben mich um 6.15 aus dem Bett gescheucht, und da gibt es keine Gnade. So standen wir auf, ich trank meinen ersten Kaffee und die beiden spielten mit dem Quieki. Morgenroutine bei Sonnenaufgang.

Manchmal fällt es schwer, sich auf das Gute zu konzentrieren. Stattdessen baden wir in der Dunkelheit, kriegen nicht aus dem Sinn was zur Zeit alles schief läuft und unser Nervenkostüm zerfetzt. 

Doch mein fröhliches Baby und unser Hündchen kennen solch eine Negativität nicht. Von ihnen lerne ich so viel, und das wichtigste davon ist: Lebe den Moment, Mami!

Ich mache mir zur Zeit schwere Sorgen. Um die Zukunft, um die Familie und ein damit verbundenes Drama. Bekomme kaum einen Bissen runter und muss mich ständig daran erinnern nicht die Stirn in Falten zu legen (wer braucht schon fette Sorgenfurchen im Gesicht!). Gerade fällt es mir sehr schwer an mein Credo „Alles wird gut, das Leben ist kurz“ zu glauben. Es ist vieles nicht gut und ich bin sehr verunsichert, verletzt und schlafe schlecht.

Ja, auch gute Menschen werden einmal schlecht behandelt. Das fällt mir sehr schwer zu verarbeiten.

Flocke und Nikolai halten zuhause die Stellung und tun, was ich auch dringend wieder sollte: den Moment leben, spielen und Essen genießen. Dank ihnen lache ich, stehe auf, gehe vor die Haustür und vergesse manchmal meine Sorgen. Auch meine Freundinnen und S kümmern sich um mich. Fragen nach mir, wir verabreden uns und sprechen über die Geschehnisse. Das tut mir gut und es ist ein Gottesgeschenk, dass so gute Menschen um mich sind, denen etwas an uns liegt.

Und so kann ich auch von einem dunklen Pfad wieder ins Licht finden: mit bewusst gelebten, schönen Augenblicken, lieben Menschen und indem ich das Haus verlasse (so schwer es fallen mag). Draußen fühlt man sich sofort besser. In guter Gesellschaft und bei leckerem Essen fühlt man sich besser. Und natürlich, indem man dem Monster, das im Kopf brüllt, in die Augen schaut. Oder weniger metaphorisch ausgedrückt, indem man das Problem direkt angeht. Die meisten Dinge verschwinden nämlich nicht von selbst. Wenn du alles getan hast um das Problem zu lösen, kannst du deinem Spiegelbild auch guten Gewissens in die Augen schauen. Und selbst bei so etwas wie einem Streit, in dem die andere Partei deinen Standpunkt überhaupt nicht einsehen will, geht es einem besser wenn man zumindest versucht hat es zu lösen. Tut die andere Person das nicht, braucht es eben eine Pause, oder man bricht den Kontakt zu jemand ab der einem nicht guttut (guter Rat eines lieben Freundes).

So habe ich gestern meine Verabredung in der Eifel sehr genossen. Meine Freundin und ich haben geredet, ich war mit ihrem Sohn und Nikolai im Garten. Wir haben gespielt, wichtige Kindergespräche geführt (Opa hat die Leiter zu unserem Spielturm kaputt gemacht, der war viel zu schwer) und sind auf dem Trampolin gehüpft. Ich habe mir ein Beispiel daran genommen, wie die Kinder -ohne Sorgen um die Zukunft oder schwere Gedanken an Zoff im Kindergarten- einfach in den Tag hinein leben. Oh, ein Ball. Ach, da ist mein Bobbycar. Mama, der Felix isst mehr vom Krapfen als ich! 

Es war richtig schön. Nikolai und Flocke waren wunschlos glücklich, und als wir abends zuhause noch Besuch zum Abendessen bekamen, hatten sich meine morgendlich zerrütteten Nerven etwas beruhigt. Ich aß von meiner Lasagne, lachte mit meinen Freundinnen und Nikolai schlief ruhig und zufrieden in seinem Bettchen.

Heute Morgen habe ich schon mit Mama gesprochen und der Sturm scheint sich zu legen. Ich wage mich, ein paar Sonnenstrahlen in mein Herz zu lassen und plane den Tag.

Alles wird gut, das Leben ist kurz!

1 Comment

  1. Leas_mama_30 sagt:

    Meine Liebe ich drücke dich von Herzen. Es ist schön das du so liebevolle Menschen an deiner Seite hast. 💖

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