Angst

Zur Zeit fühle ich mich an den meisten Tagen gut.Ich bin stolz auf S und mich, dass wir diesen wichtigen Schritt gegangen sind. Ich bin stolz auf das Wichtelchen, welches uns so gut gelungen und so fröhlich ist. Wir sind ein besseres Team geworden, alle drei, und das ist gut.

Aber hin und wieder überfällt sie mich- die kalte Angst. 

Ich hasse diese Momente, denn Angst bremst einen aus. Macht dich klein, schwach und flüstert dir ins Ohr: „Du kannst das nicht. Du machst einen Fehler. Und du wirst als arme Kirchenmaus einsam und alleine an einem kalten, leeren Ort enden.“ 

Wahrscheinlich ereilt jeden einmal dieses Gefühl der Unsicherheit. Bin ich auf dem richtigen Weg? Handle ich im besten Gewissen für meine Familie? Was ist, wenn…?!

Heute ist so ein Tag. Und ich schreibe darüber, um die Angst nicht gewinnen zu lassen. Ja, mir gehen heute viele Fragen durch den Kopf. „Werde ich allein bleiben?“, „Kann ich nicht doch etwas tun um mich mit S auszusöhnen?“, „Was passiert, wenn der Mietvertrag für unsere Wohnung im März ausläuft?“. Ich bin unsicher und sehe heute alles schwarz. Untypisch für mein sonniges Gemüt, und daher umso schwerer zu überwinden. 

Im Inneren weiß ich, dass alles gut wird. Dass, wenn man freundlich, fleißig und mutig ist, die Welt offen steht. Ich habe ein wunderbares Kind, einen anständigen Uniabschluss und der Liebe Gott hat mir genügend Talente mit auf den Weg gegeben. Ich dürfte keine Angst haben. S und ich verstehen uns gut, Nikolai und Flocke geht es prima. 

Aber heute kann ich mir eben nicht helfen. Ich habe heillose Angst vor der Zukunft, der Gegenwart und unserem Schicksal. Nikolai möchte ich das natürlich nicht zeigen und spiele trotzig erst recht fröhlich mit ihm im Sand.

Für mich und meinen Feierabend beschließe ich, mich heute dem kalten und ungeliebten Gefühl hinzugeben. Es ist Sonntag. Da ist vielleicht zu viel Ruhe im Kopf, sodass man unsinnigen Gedanken nachhängt. Werde also den Tag bei einem gemeinsamen Bad mit meinem Wichtel und ja, einer leckeren Pizza beenden. 

Ich werde dem leisen Atem meines kleinen Sohnes im Schlaf lauschen. Mich daran erinnern, dass er in seiner kindlichen Unschuld keine Sorgen, Unsicherheiten und Peinlichkeiten kennt. Und darauf vertrauen, dass morgen auch in meinem Herzen die Sonne wieder scheint.

Denn auch dann werde ich immer noch mein tolles Baby haben. Seinen loyalen und fröhlichen Papa, meine wunderbare Familie und Freunde. Ich werde immer noch fleißig sein und mich nach dieser kurzen Rast wieder auf den holprigen Weg begeben. 

Ich bin mir sicher: Der Rest wird sich ergeben, wenn man ein wenig auf sich selbst (und den lieben Gott) vertraut. 

9 Comments

  1. Marta sagt:

    Die Angst schleicht sich manchmal mit ein, aber sie ist unbegründet. Du bist eine Frau. Frauen sind stark und schaffen ALLES. Du bist ein intelligentes & hübsches Wesen. Weder wirst du arm sein noch allein ☺️ Es gibt auch andere Männer da draußen, und sie sind nicht blind.
    Ich kenne diese Gedanken, irgendwann verfliegen sie, zum Glück.
    Ich wünsche dir, dass alles so verläuft wie du es dir wünschst ❤️

  2. Katharina sagt:

    Du Liebe, ich hoffe dass Deine Wochemit besseren Gefühlen startet!
    Bestimmt wird sich vieles regeln, ich kann aber verstehen dass Du jetzt noch völlig unsicher ob der Zukunft bist. Mir geht es auch so – beruflich gesehen. Ich bin glücklich verheiratet und will jetzt nach 1,5 Jahren Elternzeit wieder beruflich einsteigen. Das läuft alles nicht wie gewünscht, aber es läuft. Das ist erstmal wichtig. Wir Geisteswissenschaftler brauchen ja auch eine gute Portion Glück… 😉
    aber msn weiß ja nicht was das Leben für einen vorsieht und so will ich mich nicht auf meinen Ehenann verlassen, sondern auch alleine finanziell gut dastehen. Das möchte ich schließlich auch meiner Tochter vermitteln.
    Aber ich will nicht auf hohem Niveau jammern, denn es geht uns alles gut und wir sind glücklich. Das wünsche ich Dir auch!
    Alles Liebe, Katharina

    • NikiMami sagt:

      Liebe Katarina, vielen Dank für deine schönen Worte! Das mit den Geisteswissenschaftlern kenne ich zu gut- daher wäre es natürlich ein Traum das Bloggen/ Bücher schreiben zum Beruf zu machen. Ein eigenes Standbein zu haben wenn man ein Baby versorgen möchte, das ist mir sehr wichtig. Ich versuche mich im Laufe der Woche wieder zu entspannen und den Optimismus wiederzufinden! ❤️

  3. Nicole sagt:

    Liebe Madline! Danke für deinen ehrlichen Bericht, für deinen Blog! Ich diskutiere auch ständig mit meiner Freundin darüber, ob nur wir uns so viele Gedanken und Sorgen machen. Keiner hat ein Schild um den Hals auf dem steht “ heute ist ein schlechter Tag, heute bin ich deprimiert oder ähnliches“. Ich mache mir auch Sorgen um die Zukunft. Wollte eigtl. wieder arbeiten gehen aber jetzt geht es doch nicht. Da kommen schon Fragen wie “ schafft man das finanziell? Wie geht es dann weiter? Wann werde ich wieder arbeiten gehen können? Oder suche ich mir einen neuen Arbeitgeber? Fragen über Fragen… Man unterdrückt die Angst, wir müssen ja für unsere Babys da sein, sie es nicht anmerken lassen, dass man heute nicht gut drauf ist. Deswegen bin ich echt froh, so einen Blog wie deinen zu lesen. Du machst mir Mut, das man alles schaffen kann. Man muss an sich glauben! Denn man hat es bis hierher ja geschafft, wir haben unsere Babys geboren und wir würden jedes letze Hemd für sie geben. Wenn eine Tür sich schließt, dann öffnet sich woanders die nächste Tür! Ich bin mir ziemlich sicher dass du es auch schaffst! Ich wünsche dir so viel Kraft! Du bist eine so starke Frau und ich bewundere dich! Danke für deine WORTE!!! Alles Liebe von Nicole

    • NikiMami sagt:

      Meine Liebe, danke für deine schöne Nachricht! Ach, weißt du- das Leben ist so kurz! Da soll man sich keinen Tag verderben weil man Geldsorgen hat. Niki und Flocke zeigen es mir jeden Tag: wenn wir den Moment leben und genießen ist automatisch alles leichter. Diese manchmal schwer lastende Verantwortung als Mami genauso! Wir schaffen das ❤️ Mamis sind Superheldinnen!

  4. Susann sagt:

    Hallo Liebes,
    seit kurzem folge ich deinem Blog und lese so viele schwere aber doch wahre Worte. Diese Angst, die steckt denke ich in jedem von uns. Ich stand letztes Jahr auch vor einer schier unüberwindbaren Krise mit meinem Herzensmann. Schwanger und mit Kleinkind, ich dachte das werde ich nie schaffen allein. Es hat viele Gespräche und Zeit gekostet, uns letztendlich doch an das gute unsere Familienlebens und das gute in Uns zu erinnern. Aber diese Ängste die ich in dieser Zeit erleben musste, waren hart und doch sehr heilend. Ich bin nun stärker als zuvor. Auch wenn es sich sicher wie ein schlecht gemeinter Ratschlag anhört, aber sei dir gewiss es kommen wieder bessere Zeiten. Fühl dich gedrückt. Du schaffst das. 💕

  5. katrin röck sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele 💕 Es gibt Menschen wie mich, die das gleiche Schicksal wie du teilen.. wir werden es schaffen..
    Mein Instagram: k0a0t
    Liebe Grüße, katrin&LinaSophie

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