Das muss er nicht lernen 2.0

Ich weiß nicht, wie oft ich im letzten Jahr die Frage „Schläft Nikolai (immer) im Maxicosi?“ gehört habe.

Fakt ist: Ja, er ist meistens tatsächlich in seinem Sitz „ins Bett gegangen“. Zumindest tagsüber, und auch nur, wenn er nicht an meiner Brust eingeschlafen war (bis zum 8. Monat der Regelfall). Er ist einfach ein sehr quirliges Kerlchen, dass sich kaum beruhigen lässt. Er möchte keinen Schnuller, kein Däumchen, und seit ungefähr einem Monat auch die Brust nicht mehr. Die eingekuschelte Haltung im Maxicosi hat ihn immer beruhigt (auch wenn ich ihn seit geraumer Zeit darin anschnallen muss, damit er nicht hinaus schlafwandelt). In der ersten Schreinacht, da war er ungefähr fünf Wochen alt, wippte ich drei Stunden lang auf unserem Pezziball. Versuchte es mit der Brust. Schaukelte ihn auf der Schulter. Nichts half, das Baby schrie bis 1.00 nachts und war nicht zu beruhigen. Völlig erschöpft und geistesgegenwärtig legte ich den Kleinen in seinen Maxicosi und schaukelte ihn.

Stille.

Seit dieser Entdeckung war der Sitz immer meine Rettungsinsel für Babys Schlaflosigkeit.

„Das ist schlecht für die Haltung“, haben mir einige geschrieben. „Länger als eine halbe Stunde darf er da nicht rein“, hieß es. Mein Kinderarzt beruhigte mich. Zum Einen ist die Haltung des Babys in der Schale ähnlich der im Mutterleib. Zum anderen geht Schlaf vor Stress und Terror. Was hilft, das hilft! Schließlich schlief er in den ersten Wochen auch nur ein, wenn man den Föhn volle Pulle angeschaltet neben ihn legte. Heute wäre das absolut unmöglich!

„Das muss er lernen, flach auf dem Rücken zu schlafen“, merkten Freunde und Familie gern an. Nein! Das muss er nicht lernen. Ich bin Seitenschläferin, genau wie S. Und auch Niki liegt stets auf der Seite. Genau wie an Mamas Brust. Wieso soll ich mein Baby dann zwingen so zu liegen wie es ihm nicht gefällt?

Länger als zwei Stunden hat Niki nie im Sitz geschlafen, und ich habe mich auch nicht gestresst. Er konnte es eben ohne das Schaukeln nicht. Mein Papa berichtet mir bis heute, dass ich als Baby ganz genauso war. Und beim ersten Wecken gegen 22.00 hole ich den Zwerg immer zu mir, seit der Geburt. Wir alle mögen das Familienbett (auch wenn Niki zumeist schwups! auf S‘ Seite rollt und diesen an den Rand der Matratze befördert). Er kuschelt sein Gesicht am liebsten (und von Beginn an) in sein Schnuffeltuch. Auch ein Erbe von Mami, am liebsten wenn Kissenbezug und Schnuffi ganz frisch gewaschen duften.

Und siehe da- ohne Training, ohne Tränen schleicht sich der Maxicosi nun von selbst aus dem Schlafzimmer. Niki schreit in letzter Zeit immer öfter protestierend, wenn ich ihn hineinlege. Stattdessen kuschelt er sich in sein eigenes Bettchen, trinkt sein Fläschchen, und dreht sich dann wie ein Großer weg, wenn er satt ist. Schläft und träumt friedlich.

Ich möchte also allen Mamis hiermit sagen: Lasst euch nicht verrückt machen. Jedes Baby ist anders. Die einen hassen die Babyschale, andere schlafen von Beginn an flach auf dem Rücken ohne Schnuffi durch. Manche Babys wecken einen 8x, die anderen muss man selbst ans Trinken erinnern. Wunderbar! Jeder Mensch, auch der kleinste, ist ein Individuum.

Ja, es war (und ist!) manchmal hart, den Wichtel alles bestimmen zu lassen. Ihm die Zügel in die Hand zu geben und zu warten, in welche Richtung es geht. Aber wir haben ohne Schlaftraining -und den damit verbundenen Stress für alle- in Nikis Kinderbettchen gefunden. Genau wie er sich von ganz allein abgestillt hat, klappt nun so langsam auch das Schlafen darin. Durchschlafen ist ein anderes Thema, aber auch damit mache ich mir keinen Stress.

Fürs nächste Baby würde ich eine Wiege kaufen. So hat man von Beginn an die Möglichkeit, das Schätzchen zu schaukeln oder in Ruhe zum Einschlafen zu bringen. Denn wer weiß- am Ende möchte das Geschwisterchen von Schaukeln gar nichts wissen. Und auch das wäre absolut ok!

Mamis, macht Euch keinen Stress. Ohne Training, ohne Tränen!

4 Comments

  1. Sandra sagt:

    Sehr schöner Artikel! Der wirklich den Stress raus nimmt. Danke für ’s Mut machen 😘

  2. Liebe Madline,
    du hast sowas von recht und sprichst mir aus der Seele. Ich höre hier auch oft „Das muss er doch langsam mal lernen“ oder „Schläft er noch immer nur an der Brust ein“, oder „Es ist so warm, du MUSST ihm zusätzlich Wasser geben und so langsam könntest du mal mit Beikost beginnen“.
    Meist ist meine Antwort „Das entscheiden wir bzw. Elia selbst“.
    Aber an solche Aussagen und Ratschläge muss man sich denke ich einfach gewöhnen bzw. sie einfach ausblenden.
    Liebe Grüße Antonella

  3. all_about_jessy sagt:

    Liebe Madline, du hast so recht. Ich höre auch immer „bei meinen Kindern war das so und so, deiner wird das sicher auch nicht wollen, usw“.
    Ich habe bis jetzt immer auf meine innere Stimme gehört und es so gemacht wie ICH es für richtig halte und nicht die anderen denn es ist ja schliesslich mein Kind, Und siehe da, er ist ganz unkompliziert und freundlich. Jede Mama sollte auf das hören was ihr Baby verlangt und nicht auf das was andere meinen. Wenn ich selber nach einen Rat frage ist das immer was ganz anderes als wenn man einen aufgedrängt bekommt 🙂 Ich finde das du alles ganz toll machst und habe großen Respekt vor Dir als Alleinerziehende Mami. Ich folge euch zwein wirklich gerne denn du bist, zumindest habe ich den Eindruck, ein herzlicher und ehrlicher Mensch.

    • NikiMami sagt:

      Dankeschön liebe Jessy! Du hast vollkommen recht und ich freue mich immer, auf Gleichgesinnte zu treffen 🙂 Vielen Dank auch für das Kompliment ❤️

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