Kuhmilch-frei Woche I

Ich wurde in der vergangenen Woche vielfach um ein erstes Resumee zur Kuhmilch-Abschaffung gebeten und hier ist es.
Meine größte Sorge war, dass Klein Niki ein Problem mit der Umstellung von Aptamil auf geregelte Mahlzeiten plus Hafermilch/Tee haben könnte.

Dies hat sich nicht bewahrheitet, im Gegenteil. Nikolai gefallen seine drei kleinen Schüsseln voll Essen, die nun morgens, mittags und abends auf ihn warten. Gut, ich muss das Hochstühlchen jetzt wesentlich öfter putzen, zwecks Futterschlachten mit Flocke.
Geregelte, „echte“ Mahlzeiten fürs Baby sind hier aber neu. Nikolai hat zwar vorher gern mal von unseren Tellern genascht, satt wurde er jedoch ausschließlich von seinem Schlummertrunk. Deshalb habe ich mich bisher auch nicht mit Dingen wie Breikochen und verträglichen Gemüsesorten oder wichtigen Mineralstoffen befasst. Nach der Stillzeit vertraute ich auf Aptamil, das er auch gut verträgt.
Jetzt, wo ich mich aber sowohl mit den Milchkühen solidarisch zeigen als auch für unsere Gesundheit etwas tun will, lassen wir also Kuhmilchprodukte weg. Und was soll ich sagen? Es geht uns gut!
Ja, die Umstellung fällt schon schwer, vor allem beim Einkaufen. Angefangen bei der Vollmilch im Kaffee über N’s Aptamil bis hin zu S‘ geliebtem Sandwich-Eis und meinem Blubb-Spinat. Manchmal erwische ich mich dabei, wehmütig zu denken „Ach, könnte ich das doch nur kaufen“. Aber dann denke ich daran, wie unfassbar viel Milch wir Menschen eigentlich fordern, verarbeiten- und oft einfach wegschmeißen. Zuviel Produktion, zuviel eingekauft, Mülleimer. Und irgendwo hätte ein Kälbchen dafür länger bei seiner Mama bleiben können, die es neun Monate lang im Bauch hatte. Ja, das klingt nach Pelzgegner-Farbbomben-Werferin, aber so ist es doch.
Ich kann das Gelesene eben nicht vergessen und möchte diese Massenproduktion in Verbindung mit traurigen, ausgebeuteten Kühen nicht mehr unterstützen.
Außerdem, ich habe es bereits erwähnt, ist Kuhmilch nicht gesund für uns. Dieser kulturelle Aberglaube kommt von Sätzen wie „Milch macht müde Männer munter“, von der „guten Extraportion Milch“ und so weiter und so fort.

Fakt ist aber: durch die riesigen Mengen, die an Kuhmilch benötigt werden, ist auch diese voller Schadstoffe. Und selbst wenn sie das nicht wäre, so bleibt die Tatsache, dass das enthaltene Calcium nur von den Babys der Kühe optimal aufgenommen werden kann- den Kälbchen. Für die diese Milch bestimmt ist.
Milch ist in unserer kleinen Welt also fortan Genussmittel. S ist ohnehin Laktose-intolerant (ich habe das bereits erwähnt, sage es aber nochmals für die neuen Leser). Und Baby Nikolai wird die Kuhmilch ebenfalls nicht fehlen. Ich brauche lediglich einen halben Liter pro Woche für meinen Kaffee. Dafür finde ich entweder eine Alternative (Smelk Vanille war ganz lecker) oder kaufe sie von jetzt an auf einem Hof, der den Milchkühen die Kälbchen zumindest drei Monate lässt.

Nikolais Speiseplan sieht ab jetzt wie folgt aus: Morgens Frühstück (bisher Schmelzflocken mit ein wenig Obst plus Hafermilch. Oder Rührei.), Schlummerfläschchen dann drei Stunden später zum Nickerchen. Mittags Kartoffel/Nüdelchen mit Gemüse (grün, da es Calcium enthält). Nachmittags wieder ein Hafermilch-Fläschchen. Abends isst er dann, was ich für S und mich koche. Sei es Fisch/eine Gemüsepfanne/der Rand meiner Dinkelpizza… 😉 Und je nachdem, wie lange danach er schlafen geht, ein Fläschchen mit Tee oder Pflanzenmilch. Eigentlich ganz easy!

Ich verwandle uns jetzt nicht radikal in Veganer. Vor der Schwangerschaft aß ich ein Jahr lang vegan und fühlte mich sehr gut dabei. In den ersten Wochen mit Nikolai im Bauch lechzte mein Körper plötzlich nach Steak, das es dann einige Wochen lang fast täglich gab. Dies lehrte mich, dass das tierische Protein offenbar schwer zu ersetzen ist.

Und Fleischessen ist wiederum etwas, das die Natur für uns vorgesehen hat! Wir haben Reißzähne, unsere Vorfahren waren Jäger und Sammler. Dagegen kann ich uns als Milchkonsumenten einer anderen Säugetierart nicht identifizieren.

Ich möchte N also weiterhin natürlich aufziehen und ernähren, lediglich die Kuhmilch (-Produkte) weglassen.

Für uns habe ich bereits veganen Käse gefunden. Sahne zum Kochen gibt’s auch aus Hafer/Soja/Reis. Jogurt kann man genauso aus Pflanzenmilch kaufen/herstellen (oh ja, das werde ich testen!). Spinat ist ohne Blubb erhältlich, und S Sandwich-Eis…? Auch dafür wird es eine Lösung geben!

Zwischenstand ist jedenfalls: Gesundheitlich ist das Weglassen der Kuhmilch-Produkte kein Problem. Und ich fühle mich besser, nicht beim „Milchklau“ mitzumachen.
Oh ja, ich denke selbstverständlich auch an die armen Milchbauern, denen ich nichts schlechtes wünsche! Das Kühemelken ist nunmal eine alte Tradition und auch die Bauern haben hungrige Familien, die auf den Verkauf der Milch angewiesen sind. Weiß ich.
Dennoch möchte ich für die Seite der Kühe sprechen und stehe zu meiner Meinung. Kuhmilch ist für Kühe da 🐮

3 Comments

  1. Alexandra sagt:

    Hey!
    Super geschrieben.Ich ernähre mich aufgrund diverser Allergien mittlerweile seit 3 Jahren milchfrei. Ich kann dir nur sagen:Man gewöhnt sich daran und es wird nach einer Zeit wesentlich einfacher. Übrigens gibt es von Iglo seit kurzen den Blubb-Spinat mit Alpro:) man schmeckt keinen Unterschied.Nur als Tipp am Rande!
    LG Alex

  2. Anna sagt:

    Ich finde deine Meinung durchaus interessant. Für mich ist es allerdings schwer miteinander zu vereinbaren,einerseits auf Kuhmilch zu verzichten, andererseits die Fleischindustrie zu unterstützen. Ist für mich quasi nichts halbes und nichts ganzes. Von Natürlichkeit und Nachhaltigkeit kann man meiner Meinung nach bei den Milchersatzprodukten und deren Industrie oftmals leider auch nicht sprechen.
    Wir versuchen nicht, auf gesunde Lebensmittel zu verzichten (ich bin der Auffassung, dass Milch durchaus wichtige gesunde Inhaltsstoffe enthält und nicht schädlich für den Menschen ist),genießen allerdings Alles in Maßen und achten auf eine sehr ausgewogene Ernährung.
    Ich finde den Austausch zu diesen Themen unglaublich spannend!Danke dir für deinen Blog und auch deine Berichte bei Instagram.Ich mag deinen Account sehr. Viele Grüße.Anna

    • madline4688 sagt:

      Liebe Anna, danke für dein liebes Konpliment und deine Nachricht! Du hast recht und ich habe es ja schon angesprochen: auf Milch verzichten, aber Steak essen klingt paradox. Ich muss da auf jeden Fall einen Mittelweg finden. Zum Beispiel werde ich bei Essens-Einladungen nicht sagen „Oh, da ist Käse drauf, das esse ich nicht.“ Aber privat einfach so wenig Milchprodukte wie möglich konsumieren!🐮😘

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