Ein Abend ohne Baby

Gestern habe ich zum ersten Mal seit der Geburt 3 Stunden ohne Nikolai verbracht. Das war 3x mehr Zeit, als ich mir je für eine schnelle Fahrt zum Rewe „gegönnt“ habe. S und ich haben uns im Kino Star Wars angeschaut und unser Sohn blieb zuhause mit seiner Patentante.

Ich war super aufgeregt vor dem Kino. Würde Nikolai mich vermissen? Weinen und sich nicht beruhigen lassen?

Ich schrieb also mehrere Merkzettel für die Babysitting-Zeit meiner Freundin. Wie man das Fläschchen zubereitet, was er am liebsten mag und wie ich ihn bei Weinen beruhige. Das half schon ein bisschen. Als Maike dann da war, hielt ich Niki noch ein wenig auf dem Arm und er hatte gute Laune. Kurz bevor wir los mussten, begann der Kleine zu quengeln. Wir hatten ihn in seinen geliebten Maxicosi gelegt und ich erinnerte Maike daran, dass Nikolai sich von 0 auf 100 ins Weinen hinein steigert. Sie versicherte mir, dass sie ihn im Notfall auch 3 Stunden tragen und beschmusen werde. Ich schaute also nicht nochmal in den Sitz, denn mir ist aufgefallen dass N nur dann richtig losquengelt wenn er Mami sieht. Dann möchte er sich richtig ausweinen und beschweren, wie hart das Babyleben sein kann. Da ich es dann nicht übers Herz gebracht hätte zu gehen, huschten wir aus dem Haus.

Das ging nur, weil ich meiner Freundin absolut vertraue dass sie mit dem Baby nicht überfordert ist. Weil ich weiß, dass sie und Niki sich mögen und sie (anders als meine Familie) in unserer Abwesenheit keine „Schreien lassen“ oder „auf den Rücken legen und weggehen“ Experimente vornehmen würde.

Im Kino nahm S mir nach der Hälfte des Films das Handy weg, auf dass ich in Alarmbereitschaft ständig schaute.

Ich hatte dann auch Spaß am Film und konnte die Gedanken an zuhause mal abschalten. Sobald der Abspann begann, stand ich aber ungeduldig mit Jacke am Ausgang. S ließ es sich natürlich nicht nehmen mich ein bisschen zu ärgern, und blieb noch sitzen. Da er meine Gefühle nicht nachvollziehen kann, war es lustig für ihn wie eilig ich es hatte heimzukommen. Aber er nahm mich vor dem Film in den Arm und beruhigte mich, dass zuhause schon alles gut gehen würde. Das half. Seine üblichen Späße hätten mich nur wütend gemacht.

Zuhause angekommen schlummerte N gerade zufrieden in seinem Sitz und Maike schaute zusammen mit ihrem Mops Lotti einen Disneyfilm. Harmonie pur! Das machte mich sehr glücklich. N beachtete mich zunächst nichtmal und schaute weiterhin meine Freundin an. Das war für mich ein gutes Zeichen.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass es gut war diesen Schritt zu wagen. Niki ist jetzt vier Monate alt, und es kann nur bereichernd für uns alle sein, ab und an einen Babysitter-Nachmittag oder -Abend einzulegen. Schon allein, weil er mit einem Jahr nicht verängstigt an meinem Rockzipfel hängen soll und jedes Mal weinen würde wenn ich zum Friseur gehe! Er soll merken (soweit das jetzt schon möglich ist) dass es auch Spaß macht, mit Tante Maike oder bei Oma Zeit zu verbringen.

Gestern habe ich es noch nicht genossen, sondern eher als Prüfung betrachtet- die wir alle mit Bravour bestanden haben. Ich habe gesehen, dass Niki sich auch mit lieben ausgewählten Menschen wohlfühlt, ohne dass Glucken-Mami gleich um die Ecke ist. Und wenn ich mich auch ein bisschen daran gewöhne, werde ich vielleicht auch mal ein paar Stunden für mich oder uns genießen können. Weil ich nicht nur noch Mami bin, sondern Madline. Die gern essen geht, ins Kino oder zu einem Beauty-Termin. Denn ausgeruhte Mamis sind die geduldigeren Mamis 🙂

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