Mami sein ist ein Job!

Ich nehme heute eine Aussage meines lieben Mannes S zum Anlass für diesen Artikel. Er geht jetzt seit dieser Woche Vollzeit in einer Immobilienfirma arbeiten. Auch wenn er mir vorher keine große Hilfe war, so ist er doch dreimal am Tag mit Flocke rausgegangen und hat hier und da auf Anweisung die Wäsche in den Keller gebracht und rauf geholt. Auch diese Dinge bleiben nun an mir hängen. Das bedeutet, ich muss nicht nur für meinen Kleinen voll da sein, sondern auch den kompletten Haushalt alleine führen und mich um Flocke kümmern. Kochen, waschen, dran denken zwischendurch einen Müsliriegel in mich hinein zu stopfen (Milchproduktion) und ab und an möchte ich mir natürlich auch „etwas gönnen“ wie zum Beispiel mal die Haare waschen. Ja, das schaffen andere auch und dies oft sogar mit mehr Kindern. Aber für mich ist es neu und ich bemühe mich täglich, mein Bestes zu geben- und dabei am Ende des Tages nicht auszusehen wie ein Wischmopp. Als ich gestern sagte, ich sei vollkommen geschafft vom Tag lautete S‘ Aussage wie folgt:“Du machst doch nichts! Du bist den ganzen Tag zuhause.“

Ach, so ist das! Habe ganz vergessen, dass Nikolai es liebt mit mir stundenlang in Ruhe Filme zu gucken, sich dann selbst eine Pizza in den Ofen schiebt und und anschließend aus der Küche ruft: „Mami, soll ich dir einen Cosmopolitan mixen?“ Ja die lazy days zuhause mit meinem Baby.. Also erstens habe ich die ersten 2,5 Jahre der Beziehung neben meiner Uni in zwei Jobs gearbeitet, während er zumeist zu Hause saß. Und zweitens ist Mami und Hausfrau sein ein fulltime Job (da werdet ihr mir recht geben). Ich mache es unheimlich gern und liebe es, den Tag mit meinem kleinen Schatz zu verbringen. Aber ein bisschen Respekt für das, was ich am Tag schaffe, ist doch nicht zu viel verlangt.

Ich habe mir heute vorgenommen, alle Kleinigkeiten -auch die „unwichtigen“- auf eine Liste zu schreiben. Um vor Augen zu haben, wofür meine „Ich-Zeit“ (in der Nikolai schläft) draufgeht. Jetzt ist es 12:00 Uhr und bisher steht da folgendes: Wäsche waschen und aufhängen, Abwasch machen, duschen, Haare waschen-föhnen-glätten, auf Gesicht und Hals Selbstbräuner auftragen (habe einen tollen von St Tropez, der nur wenige Stunden riecht. Nikolai liebt den Geruch und reibt dann immer sein Gesicht an meinem Hals), schminken, Flocke ausführen, Wohnung aufräumen (inklusive S‘ Geschirr im Wohnzimmer und seiner Schmutzwäsche auf dem Schlafzimmer-Fußboden), leere Flaschen zum Glasmüll bringen, Müll runter tragen, Dusche putzen- und zwischendurch natürlich das Baby stillen, wickeln, anziehen, kuscheln, auf das Bäuerchen warten und ihn im Maxi Cosi schaukeln, S‘ schmutziges Hemd (das er vergessen hat in den Wäschekorb zu schmeißen) mit der Hand waschen (weil die Maschine schon in Gang war und er es morgen braucht), einkaufen. Für mich sieht das bisher nicht nach nichts aus. Aber ich weiß, dass ich mir etwas vormache bei der Vorstellung, dass S am Ende des Tages heimkommt und sagt: „Wow! Wie du das alles machst Schatz, toll.“ Er wird wie immer ein warmes, frisches Essen auf dem Tisch vorfinden, die Wohnung wird aufgeräumt und das Baby zufrieden sein. Und alles, was ich ich mir dafür wünschen würde, wäre eine winzige Anerkennung für meinen „Job“. Denn auch dieser nimmt den gesamten Tag zwischen den Schlaf-armen Nächten in Anspruch.

Jetzt mag man sagen, Dinge wie Haare stylen, Bräune auftragen oder Beine epilieren seien unwichtig. Und man könne in dieser Zeit auch ein Nickerchen machen. Aber mir ist es wichtig, mich in meinem Hausfrauendasein auch nicht selbst zu vergessen, und womöglich mit eingezogenem Kopf durch die Stadt zu huschen weil ich mich unwohl fühle. Außerdem bin ich sicher, dass S dies sehr wohl bemerken und anmerken würde- ich höre seine Sprüche förmlich in meinem Kopf: „Du mit deiner Löwenmähne“ „Du siehst so blass aus“ „Ich sehe dich nur noch in Jogginghose.“ Er meint es meistens tatsächlich nur witzig, aber mich verletzt es. Und ich möchte ja auch für meinen Mann attraktiv bleiben und mich nicht am Ende wundern, dass er mich nicht mehr anschaut und dafür anderen, seidig glänzenden Mähnen hinterher guckt. Nein danke, darüber möchte ich mich am Ende des Tages nicht auch noch ärgern. Auch wenn ich all diese Dinge freiwillig tue, keine Sekunde mit Nikolai missen will und es manchmal selbst schuld bin, dass meine Nickerchen dem Drang, alles ordentlich und sauber zu halten, zum Opfer fallen:

Ein wenig Anerkennung vom Partner ist hier angebracht und wichtig! Auch für eine gute Beziehung. Das gilt für alle Mamis, die sich für ihre Kinder aufopfern, Tag für Tag und Nacht für Nacht alles erdenkliche für sie tun und sich dann auch noch um Mann, Hund, Papierkram, Termine und Haushalt kümmern. Give a little respect to me ⭐️

15 Comments

  1. mjami sagt:

    Also ich habe höchsten Respekt vor jeder Mami, die es schafft neben den Baby auch nur annähernd den Haushalt zu führen und sich sogar noch ein wenig um sich selbst zu kümmern! Und ich finde, das was du machst, klingt schon nach sehr viel und dein Mann sollte dir da mehr Anerkennung geben! Ich habe das noch vor mir, aber ich habe das Glück einen tollen Schatz zu haben 🙂 Zudem ist er in einem kinderreichen Haus aufgewachsen und hat von sich aus schon gesagt, das ich mir doch Gedanken machen soll, wie er mich am dann Besten im Haushalt unterstützen kann. So sollte es sein, meiner Meinung nach! Nix Pascha!

  2. Martina sagt:

    Puh, ich hab gedacht ich les nicht richtig. Finde das echt total fies von deinem Freund 😁
    Wir haben einen Sohn und mein Mann muss nicht viel machen, macht aber wenn was anliegt.
    Unser sohn ist 1 Jahr und in einem halben Jahr bekommen wir unser zweites Kind. Da muss er dann auf jeden Fall mehr mit anpacken bzw steht dann wahrscheinlich nicht mehr sein Essen auf dem Tisch wenn er von der Arbeit kommt😉 Aber das ist ok.
    Hast du deinem Freund die Liste vorgelegt? Und magst du uns vielleicht noch von seiner Reaktion berichten?

    Hut ab vor dem was du leistest! Bei mir darf es auch nicht unordentlich sein von daher weiß ich wie stressig das sein kann 😉
    Alles liebe für dich!

    • madline4688 sagt:

      Liebe Martina, vielen Dank für deine aufmunternden Worte 🙂 Gern gebe ich euch Feedback zu seinem Feierabend-Benehmen. Schön dass du da besser unterstützt wirst! Bevor es hier nicht soweit ist, bleibt Nikolai auch erstmal der einzige kleine Prinz im Haus. Euch auch alles Liebe!

  3. Ich würde vorschlagen er soll mal ein Wochenende alleine daheim verbringen! Ich wette sie Wohnung schaut aus wie ein Schlachtfeld und mehr wie Jogginghose und t-Shirt wird er auch nicht tragen…. Bisserl mehr Anerkennung und Dankbarkeit wäre angebracht, lieber S!!!!!
    Mami sein ist definitiv ein harter Job!!!!

  4. Hier ist das leider auch an manchen Tagen so 🙁 bis ich mal wieder auf den Tisch haue!😁grad eben, Leni steckt glaub ich grad im 8 Wochen Schub, hängt nur an der Brust und weint, kamen dann noch die beiden Großen und wollten ständig irgendwas, dann meinte mein Mann:“ also viel schaffst du ja nicht, seit du zu Hause bist!“ Da bin ich dann mal kurz tränenüberströmt und aggressiv herumgesprungen, bis er sich entschuldigt hat! Ich gehe seit Leni 3 Wochen alt ist morgens 1,5 Stunden mit dem Hund in den Wald, sie in der Trage, mache 2 Kinder ab 6 Uhr schulfertig, koche, kaufe ein, putze so gut es geht, dusche so oft es geht…….also die Vorstellung so mancher Männer, meinem Eingeschlossen ist echt der Knaller! Die gehen nur EINER Aufgabe nach, trinken zwischendurch Kaffee, machen Päuschen…. Ich lass sowas nicht auf mir sitzen und drück ihm am WE sämtliche Aufgaben aufs Auge hihi, das wirkt immer besser 🙂
    Alles alles Liebe
    Anke

    • madline4688 sagt:

      Oh nein! liebe Anke, ich habe den allergrößten Respekt vor dir! Wahnsinn wie du das alles schaffst- ich würde hoffnungslos untergehen. Und dein lieber Mann allemale! Alles Liebe für dich und deine Familie

  5. alena8745 sagt:

    Hallo, Madline 🙂
    Ich finde deinen Blog ganz toll! Mein Freund ist genau so ein Faulpelz wie deiner! 🙁 Wie kann ich ihn zu mehr „Taten“ bewegen?

    Grüße,
    Alena aus der Schwitz.

    • madline4688 sagt:

      Liebe Alena, vielen Dank 🙂 Ich habe in letzter Zeit 2 Dinge gelernt. 1.) Warte nicht darauf dass er sich ändert! 2.) Wenn du etwas willst, erteil Befehle. Leider führt keines der „Ich muss alles allein machen“ Gespräch dazu, dass ihm Dinge von selbst auffallen! Bleibt bei uns, ob wir das so für immer wollen oder nicht! Alles Liebe!

  6. alena8745 sagt:

    Vielen Dank für deine Antwort! 🙂
    Aber langsam weiß ich nicht mehr was ich machen kann.
    Mein Mann hat einen Vollzeitjob, diesbezüglich auch die gleiche Ansicht wie „deine Liebe“, sprich, dass ich nichts mache zu Hause. Klingt zwar blöd, aber er arbeitet nur und hat null Bock im Haushalt zu helfen. XBOX an und das wars schon..
    Wenigstens bringt er manchmal Blumen vorbei, aber in meinen Augen ist das nur eine Entschuldigung für das Nichtstun..

    Was ist denn bei dir die Schwierigkeit? Hat dein Geliebter auch „keine Zeit“ oder Lust was zu machen? Ich möchte unbedingt das problem in den Griff bekommen 🙁

    Lg,
    Alena

  7. Annjeschku sagt:

    Ooooooh i durchlebe gerade das selbe !! Du schreibst mir aus der Seele

  8. Ohje du arme! Das tut mir so furchtbar leid, dass du zu der furchtbaren Familiensituation noch nicht einmal Hilfe von deinem Freund bekommst. Deine Schwiergerfamilie ist ja wirklich hochgradig anstrengend. Auf deinen Instagram Bilder siehst du immer top gestylt aus, immer. Mir ist letztens aufgefallen, dass ich gar keine Bilder von Carlo und mir zusammen besitze. Warum? Eben weil ich unter der Woche überwiegend ungeschminkt, mit Brille und einem messy- Bun rumrenne🙈.

    Ich glaube ich muss meinem Mann heute Abend mal ein dickes fettes Danke für seine Unterstützung aussprechen… Das wird mir gerade klar.

    Ich drück dich, du machst das großartig, Lara

  9. Wiebke sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele!

    Mein Freund sieht es auch kein bisschen was für ein Job es doch ist Mama zu sein! Klar macht man es super gerne, aber ein wenig Anerkennung wäre echt schön. Einfach ein wenig Verständnis wieso man abends auch geschafft ist… Und nicht diese Worte wie, du machst doch nichts, bist doch den ganzen Tag zu Hause… 😔

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