Stillterror & Bauchweh

In den ersten vier Wochen war das Leben mit meinem Säugling sehr relaxt. Die Zeit nach der Geburt verbrachte er viel mit schlafen und ließ sich bei Aufregung ganz leicht an der Brust beruhigen. Jetzt, wo es bald in die 7. Woche geht, haben wir auch unsere Erfahrungen erweitert. Schlechte Laune, nicht einschlafen wollen, Mamazeit und das gefürchtete Bauchweh. Ich denke es ist für jede Mama schlimm wenn ihr Baby weint. Vor allem dann, wenn es leidet. Ich habe heute die Ursache von Nikolais Bauchweh und meine bisher bewährten Lösungen zusammengetragen. Dabei hilft mir der Austausch mit anderen Mamis sehr, in meinem Fall ist das die liebe Gemeinschaft auf Instagram.

Woher kommt das Bauchweh?

Ich bin ein Mensch, der mit einem Problem am besten zurecht kommt wenn er die Ursache kennt. Denn so kann man das Übel gleich bei der Wurzel packen. Vor ca zwei Wochen fing mein Söhnchen an, während dem Trinken an der Brust laut zu weinen und sich aufzuregen. Er brüllte so schrecklich, dass ich das Gefühl hatte meine Brust vibriert. In den ersten zwei Tagen war es schwer, nicht selbst vor Verzweiflung in Stress und Tränen auszubrechen. S hatte nur blöde Witze für mich übrig und konnte meinen Schmerz nicht nachvollziehen. Mir fiel auf, dass Nikolai einfach zuviel Milch entgegen kam und er dadurch in Stress geriet. Ich strich die Brust vor dem Stillen aus, probierte andere Positionen, unterbrach den Kleinen zwischendurch- es half nichts. Vor allem brachte das Geschrei mit sich, dass Niki ungefähr eine Viertelstunde nach dem Trinken anfing seine Beinchen anzuziehen und zu jammern. Ich stellte fest, dass er beim Theater an der Brust so viel Luft schluckte, dass er davon Bauchweh bekam.

Am dritten Tag des Still-Terrors beschloss ich, etwas zu ändern und dagegen vorzugehen.

1) Ruhig bleiben

Auch wenn es schwer fällt- tief durchatmen und sich daran erinnern dass DU die Erwachsene bist. Es ist leichter für dich und auch das Baby wenn Mami ruhig bleibt. Ich lasse nicht mehr zu, mich durch Nikolais Schimpfen innerlich stressen zu lassen, weil er das merkt und ich heulend nichts auf die Reihe kriege. Ich sage mir, er kann nichts dafür dass er sich schlecht fühlt. Und, wie gesagt, ich bin die Mami und er das Baby.


2) Abpumpen

Ich habe es bereits früher gesagt- meinen kleinen Sohn an der Brust zu haben und zu füttern ist das schönste Gefühl der Welt. Sein winziges Gesicht anzuschauen und diese Momente mit ihm zu teilen ist mir unglaublich wichtig. Daher blutet natürlich das Mutterherz, wenn die Stillbeziehung gestört wird. Aber durch Nikolais Ungeduld an der Brust und das daraus resultierende Bauchweh muss ich der Vernunft Vorrang geben. Also pumpe ich tagsüber in denselben Zeit-Abständen Milch ab in denen der Kleine trinkt (mit der Avent Handpumpe, mir reicht das weil ich mit N zuhause bin und jede Mahlzeit frisch direkt umfüllen kann), und füttere ihn mit dem Fläschchen (Nikolai nimmt die Anti-Kolik-Flasche von Mam). Muttermilch ist nach wie vor die optimale Ernährung für den Säugling. Die beste Pulvermilch (laut Ökotest Aptamil Pre) kommt der Natur zwar nah, aber nicht gleich. Also soll Niki trotz anderer Nahrungsquelle weiterhin dasselbe trinken. Zur Sicherheit (wenn mal zu wenig Milch kommt weil ich doch mal gestresst bin) habe ich eine Dose Aptamil in der Küche. Und nachts, wenn Nikolai im Halbschlaf ganz ruhig trinkt, kommt er weiterhin an die Brust. Das spart zum einen nächtliches Aufstehen und Fläschchen zubereiten, zum anderen bleibt uns so die Nähe erhalten. Entgegen der Fachliteratur irritiert es meinen Sohn nicht, zwischen beidem zu wechseln. Außerdem kann ich so endlich stressfrei und Restaurant oder in den Park gehen, denn bei Wind und Wetter könnte er dank der Flasche überall trinken ohne dass ich mich ausziehen muss. Er schluckt zwar noch Luft, macht aber beinahe sofort nach der Flasche sein Bäuerchen. Für die verbleibende Luft gibt es noch folgendes:

3) Sab Simplex

Das Weinen nach den Mahlzeiten hat bei uns aufgehört seit ich mich zu dem Fläschchen aufgerafft habe. Hat Nikolai dennoch einen hektischen Tag, gebe ich ihm vor der Mahlzeit 0,6 ml Sab Simplex Tropfen. Die bündeln kurz gesagt die Gase in Babys Bauch und sorgen dafür, dass die Luft in wenigen Püpsen raus ist, und er sich nicht stundenlang damit quält.


4) Der Lotusblütengriff

Eine liebe Bekannte, selbst Mama von Zwillingen, hat mir einen Trick verraten. Wenn Niki nach dem Essen herumquakt und schimpft, lege ich ihn flach auf den Rücken. Dann winkle ich die Beinchen mit einer Hand gegen seinen Bauch an, und lasse den Unterleib langsam kreisen. Die andere Hand lege ich auf seine Brust, damit er nicht so herumkugelt. Das entspannt den Kleinen sofort, und sollte etwas quer sitzen erleichtert es ihm das Pupsen auf ganz natürliche Weise.

5) Was sonst noch geht

In akuten Fällen kann man auch Kümmelzäpfchen verabreichen. Da Nikolai beim einzigen Mal ganz schrecklich geweint hat, mache ich das nicht nochmal. Es hilft aber tatsächlich, und wenn euch das kurze Aufheulen nichts ausmacht dann kann ich die Zäpfchen empfehlen. Eine Bekannte schabt das Zäpfchen auf die Hälfte seiner Größe ab, sodass es Baby nicht mehr so erschreckt.

Man kann dem Baby auch Fencheltee geben sowie die Pulvermilch damit anrühren. Das schließt nur leider die reinen Brust-Babys aus, die kein Fläschchen nehmen.

Viele schwören auch auf ein warmes Kirschkernkissen, aber meinem Baby hilft Bewegung besser. Das muss man ausprobieren und ist unterschiedlich!

Zusammengefasst habe ich Nikis Still-Terror und Bauchweh in den Griff bekommen, indem ich abpumpe. Am Fläschchen (auch hier muss man ausprobieren welcher Sauger gut ankommt) trinkt er ruhiger, sitzt aufrechter und hat Geduld. Sab Simplex und der „Lotusblütengriff“ helfen in akuten Fällen. Wie gesagt, es tut weh wenn das traditionelle Stillen plötzlich nicht mehr klappt. Aber das Wohl meines Kindes steht über allem, und solange er satt und zufrieden ist bin auch ich glücklich.

5 Comments

  1. Janine sagt:

    Genau dasselbe Problem haben wir auch! Wieviel trinkt dein kleiner dann ca.?

    • madline4688 sagt:

      Wenn er das Fläschchen bekommt so zwischen 60 und 100 ml! An der Brust so 10 Minuten. Und euer Baby? Was habt ihr für eine Lösung gefunden? Liebe Grüße

      • Janine sagt:

        Ich muss sagen, dass ich deinen Trick jetzt probiere und es klappt echt gut. Hab halt nur Angst, dass es nicht reichen könnte, da das abgepumpte von 90-140 ml variiert und er trinkt es immer leer. Keine Ahnung ob er dann auch richtig satt ist. Leider ist das Ganze natürlich doppelte Arbeit 😔 Aber ich hoffe einfach, dass diese Phase vorbei geht und er bald wieder ordentlich an der Brust trinkt, denn wozu stillt man denn, wenn man es dann trotzdem warm machen muss usw….😁 Aber „schön“, dass man mit seinem Problem nicht alleine ist!

        • madline4688 sagt:

          Liebe Janine, das klingt doch schonmal gut! Also wenn N nicht satt ist, meldet der sich schon. Babys um den 2. Monat trinken laut Aptamil-Empfehlung 120-170 ml (habe es mal zur Orientierung gelesen). Aber wenn nichtmal mein Dickerchen die 120 trinkt (7 Wochen) dann wird dein Baby auch satt! Sonst würde es sich melden! 😘

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