Brennende Fragen

  
 Nikolai ist jetzt 6 Wochen alt. Wenn ich an die Bilder mit meinem Kugelbauch denke, kommt mir diese Zeit ewig her vor. Wir haben bereits in der 6. Woche erfahren, dass ich schwanger bin. Es war nicht geplant, aber die Freude darüber sofort groß. Du erwartest niemals dass der Test tatsächlich positiv ist, bis wie durch Zauberhand „schwanger“ in dem kleinen Display steht. Du kannst nicht fassen, dass du jetzt nicht mehr „allein unterwegs“ bist. Da wächst ein winziges Du&Er in die heran! Ich hatte sofort lauter Fragen im Kopf, und googelte was das Zeug hält. Heute kläre ich kurz die größten für alle Neu-Schwangeren denen es ähnlich geht.Auch hier gilt natürlich- alles subjektive reine Erfahrungs-Weisheiten 🙂

1) Wann ist der Bauch zu sehen?

Beim Termin in der Frauenarztpraxis erhielten wir das 1. Ultraschallbild. Ein weißes Böhnchen auf schwarzem Hintergrund. Unser Zukunfts-Baby. Aufgeregt lud ich mir natürlich sofort die „Schwanger“-App aufs Handy. „Hallo Madline. Ihr Baby ist so groß wie ein Reiskorn.“ Manno! Am liebsten hätte ich sofort den Kugelbauch gehabt und kleine Tritte gespürt! Ein Reiskorn ist doch so winzig. In der 16. Woche begann sich der Bauch endlich zu wölben. Ich kaufte drei verschiedene Mama-Jeans und die reichten auch. Da es eine Sommer-Schwangerschaft war, ergänzte ich meine Garderobe mit kurzen Jumpsuits, weiten Tops und Kleidern (einfach zwei Kleidergrößen mehr als üblich, muss nicht alles extra Mama sein).

2) Sieht man dir an „was“ es wird?

Natürlich wollte ich wissen, ob man anhand meiner Verfassung schon sagen könnte „Junge oder Mädchen?“ Ich hatte in der 8./9. Woche unheimliche Lust auf Steak und Pasta. Mag sein, dass es an Nikolai lag (Männer, Fleisch…), oder weil ich vorher aus Figur-Gründen hauptsächlich vegan gegessen und der Körper Fleisch nötig hatte. Meine Haut wurde nie unrein. Mir war abends flau und übel (Es heißt nur „Morgen-Übelkeit, kann aber jederzeit auftreten), ich musste mich aber zum Glück nie übergeben. Anders als andere Jungs-Mamas hatte ich leider nicht „ständig Lust auf Obstsalat“. Ich sehnte mich morgens nach einem frischen O-Saft, aber damit war mein Obst-Hunger auch gestillt. Als Nahrungs-Ergänzung nahm ich Folsäure (Babys Zellbildung), Omega3-Kapseln (damit Baby schlau wird!) und bei Sodbrennen (erst ab 7. Monat) Rennie. Man sagt, Jungs machen Mama hübsch, während ein Mädchen „die Schönheit nimmt“. In den ersten drei Monaten war ich sicher, es müsse eine kleine Prinzessin sein. Denn durch die Pasta nahm ich zu Beginn rasch ein wenig zu (ca 3 Kilo) und sah natürlich runder im Gesicht aus. Sonnen soll man nicht, und bis ich meinen guten Selbstbräuner entdeckte, fühlte ich mich rund und blass. Die Phase, in der man zwar an Umfang zunimmt, aber noch keine Kugel hat, war für mich am schwierigsten was das Aussehen betrifft. Man sieht halt einfach aus, als wäre von Weihnachten noch ordentlich was auf den Hüften geblieben (auch mit Junge im Bauch!) Ich zog mich so an, dass ich mich wohl fühlte: Jeans mit normal hohem Bund, Strickjacken, weitere Pullover. Und ich entdeckte den St.Tropez Selbstbräuner für mich, der auf Gesicht und Dekolleté eine schöne Segler-Bräune erzeugt. Meine Frauenärztin segnete es ab, und damit fühlte ich mich deutlich wohler. Bis zum 6. Monat ging ich weiterhin zum Cardio-Training und informierte mich über Wasser-Einlagerungen (meine Horror-Vorstellung!). Im Juni war schon vor Nikolai Urlaub geplant gewesen, an den Strand der Türkei. Verhältnismäßig gut aussehen wollte ich da schon. Also reduzierte ich die Salzmenge auf 2 Gramm am Tag und begann, jeden Abend nach dem Duschen Beine und Arme zu massieren (siehe auch mein Post dazu). Im Urlaub war ich in der 26. Woche. 30 Grad waren gut zu ertragen und beim Schwinmen strampelte das Baby aufgeregt im Bauch. S amüsierte sich vor allem am Strand königlich über meine „Pfirsich-ähnliche“ feine Behaarung am ganzen Körper. Ja, zumindest ich war ein wenig „flauschiger“ mit einem Jungen im Bauch.

3) Wann sagt dir der FA „was“ es ist?

Jungs zeigen sich im Ultraschall oft bereits um die 14. Woche! Frei nach dem Motto Beine breit, ich brauch Platz, Al-Bundy-Pose. Unser Baby aber nicht. Mein Bauch war eher rund von der Seite, nicht „spitz“. Die Bauernweisheit spricht da eigentlich von einem Mädchen. Da sich der Zwerg nie beim Ultraschall zeigte, sagte die Ärztin es sei „zu 80% ein Mädchen“. Mein Onkel, der vier Kinder (davon 3 Jungs) hat, meinte bis zuletzt, ich müsse einen Sohn bekommen. Ich sei einfach zu attraktiv geblieben um ein Mädchen im Bauch zu haben. Durch die fehlende Gewissheit kaufte ich kaum etwas in Rosa und strich auch das Babyzimmer neutral in Türkis. Heißhunger hatte ich ganz selten. Ich hatte ständig Lust auf Kokosduft, aber keine frische Kokosnuss. Ein Raffaello hier und da reichte. Dass es ein Junge wird, erfuhren wir Erde in der 36. Woche beim Ultraschall während der Geburts-Besprechung im KH. Wir haben uns sehr gefreut, aber eher darüber, endlich Gewissheit zu haben. Manche Mütter sprechen davon „dass man spürt was es ist.“ Das kann ich nicht bestätigen. Man fühlt sich mal dick und unattraktiv und denkt „Sicher weil es ein Mädchen wird“. Und an anderen Tagen ist man mit dem Kugelbauch und sich so zufrieden, dass man nicht mehr wüsste was man ohne ihn anziehen soll („Bestimmt ein Junge!“) leicht. Ich kann nur raten, auf ein zuverlässiges US-Bild zu warten 🙂

4) Streifen-Alarm

Die Linea Negra, der dunkle Streifen in der Mitte des Kugelbauchs, kam bei mir nur ganz zuletzt und ganz leicht. Dabei handelt es sich um eine Hormon-bedingte Störung der Melanin-Produktion (sonst für deine Bräune zuständig). Sie ist jetzt wieder weg.

Dehnungsstreifen habe ich nicht bekommen. Ich habe nicht dagegen angecremt, sie kamen einfach nicht. Das ist zum einen sicher Veranlagung, zum anderen war mein Bauch bis zuletzt recht klein (trotz großem Baby!), 106 cm. Ich habe von so vielen Mamas gelesen die wie wild gecremt und gepflegt und trotzdem Streifen bekommen haben. Das scheint tatsächlich nicht zu beeinflussen sein.

5) Wann spüre ich das Baby?

Ich kann nicht sagen, dass mir ein bestimmter Tag in Erinnerung wäre. Und ich fand auch nicht, dass es sich wie Schmetterlinge anfühlt. Eher wie ein Grummeln im Bauch. Das war um die 20., 21. Woche. Richtig spüren wie das Köpfchen sich dreht und die Füßchen strampeln, das merkt man erst später, so ab dem 7. Monat. Abschließend muss ich sagen, es war bis dahin die schönste, aufregendste und erlebnisreichste Zeit meines Lebens. Bis zur Geburt von Nikolai, meinem Sohn und allerbestem Freund!

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