Gerüchte und Wahrheit

Bevor der kleine Erdenbürger das Licht der Welt erblickt, wird man als Neu-Mami mit einer Menge Klischees, Ammenmärchen und Bauernweisheiten konfrontiert. Wie habe ich mich geärgert, dass Schwiegermutter bei jedem Blick auf meinen Bauch sagte „Das wird ein Junge“, obwohl die FA „zu 80% ein Mädchen“ prognostiziert hatte. Und wie sehr ärgerte es mich, dass die Mutter meines Mannes dann auch noch recht behielt! Im 9. Monat entdeckte nämlich die Ärztin beim US zur Geburtsbesprechung das Geschlecht unseres Sohnes ganz deutlich.

Ist es also ein Ammenmärchen, dass „das Mädchen der Mutter die Schönheit nimmt, und der Junge gibt sie ihr“? Ich konnte mich nicht beklagen. Ich habe weder Dehnungsstreifen, noch unreine Haut oder massig an Gewicht zugelegt. Meine Freundin sah in der Schwangerschaft mit ihrer Tochter ganz anders aus. Aber ich finde, das kann man nicht pauschalisieren. Ich habe einfach auf mich geachtet, und ein gutes Bindegewebe liegt in der Familie. Mein Bauch war auch rund und klein- da sagte mir jeder es sei ein „Mädchenbauch“. Dafür hatte ich nicht, so wie andere Jungs-Mamis berichten, „nur Lust auf Obst-Salat“. Ich war verrückt nach Kokos-Duft und Raffaellos, aber nicht nach frischer Kokosnuss. Ihr seht- man kann das nicht verallgemeinern!

Was ich auch nicht geglaubt habe war dieses typische Mutti-Gejammer „Du wirst zu niiichts mehr kommen. Du wirst niiichts mehr schaffen.“ Ist das so? Nein! Ich habe zwar einen Studenten zum Partner, der mir theoretisch zur Hand gehen könnte, dies aber nicht tut. So muss ich den Alltag mit Nikolai zum Großteil allein bestreiten. S (der Papa) übernimmt zumindest die 3 Spaziergänge mit unserem Hund. Ich muss Niki füttern, wickeln (es sei denn, ich befehle es dem Papa), kochen, Wäsche machen, einkaufen, putzen und Betten machen. Ach ja, und manchmal möchte ich auch mal essen und trinken, oder Nägel schneiden (nichtmal lackieren!) oder meine Haare waschen, föhnen/glätten. Wie geht das?

Nur in Etappen! Aber- es geht. Ich muss eben täglich meine Prioritäten aufstellen. No.1 ist immer Nikolai. Ein gefüttertes, sauberes, gesundes Baby ist das Wichtigste. Und dann sortiere ich nach Dringlichkeit, was heute ansteht. Ich schaffe es jeden Tag, einmal frisch zu kochen. Das ist mir wichtig, da ich stille und nicht von Tiefkül-Pizza leben will. Wäsche fällt bei einem Baby ebenfalls beinahe täglich an! Je nachdem wann und wie lange Niki schläft, kann ich dann mal Haare waschen oder Beine von Team Twilight-Jacob zurück in Gillette-Werbung verwandeln. Man schafft das schon, es muss sich lediglich einspielen. Es ist nicht nötig, sein Dasein von nun an in Öko-Schlappen und Zottel-Look, hinter Wäsche-Bergen und Pizza-Kartons versinkend zu fristen.

Das Leben ist als Mami nicht vorbei ☝️ Es beginnt einfach ganz neu!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.