Wie fühlen sich Wehen an?

Wie fühlen sich Wehen an? Als es auf Nikolais Geburt zuging, versuchte ich, die Mamas in meinem Umfeld zu einem Statement zu bewegen. Habt ihr auch immer die Antwort „Das kann man nicht beschreiben“ erhalten? Das hat mich total gefuchst! Und im Nachhinein möchte ich den nachfolgenden Bald-Mamis sagen, man KANN es sehr wohl beschreiben. Sofern ihr nicht „gespoilert“ werden wollt, bitte nicht weiterlesen. Ich wäre allerdings gern vorbereitet gewesen. Denn ich war mega-entspannt beim Gedanken an die Geburt! Habe mich von niemand kirre machen lassen und dachte „wird sicher so sein wie schlimme Regelschmerzen, das schaffe ich schon“. Klar SCHAFFT man das. Aber Schmerzempfinden ist ja subjektiv, und die ART des Schmerzes zu kennen hätte mir geholfen, die PDA früher als nach 21 Stunden zu verlangen. Daher anbei meine Beschreibung zu Eurer Entscheidungshilfe.
Um 4.30 begannen die Wehen. Bis ca 12.00 mittags war es aushaltbar; und das fühlte sich tatsächlich an wie schlimme Regelschmerzen. Kennen die meisten von uns ja. Dann, bis ca 18.00, wurde es heftiger. Und hier der interessante Teil: es fühlt sich an, als würde jemand mit der Faust deine Eingeweide im Unterleib quetschen und gleichzeitig von innen einen Sack Steine Richtung „Ausgang“ pressen. In diesem Stadium war mir liegen und sitzen ganz unangenehm, und der Abstand verkürzte sich auf 5 Minuten. Da mir auch den ganzen Tag vom Schmerz flau im Magen war, hatte ich nichts gegessen, sodass die Hebamme mir einen „Zuckerwasser-Tropf“ legte, um bei Kräften zu bleiben. Um 19.00 bot man mir an, eine Schmerzmittel-Infusion zu erhalten, „dann können Sie mal ein wenig schlafen“. Haken? „Wenn Sie den nehmen, können sie aber in den nächsten 3-4 Stunden keine PDA bekommen. Ich dachte „Gut, solange das Schmerzmittel ja wirkt…“ Pustekuchen! Ja, man wird schwummrig und döst immer mal weg, aber nur, um dann von den Wehen alle paar Minuten sehr unsanft geweckt zu werden. In diesem Stadium war der Wehenschreiber (TOCO, kennt man vom CTG) so bei 180 on top. Das war schon eklig. Aber bis 12.00 kletterte die Zahl auf 230, und DAS wünsche ich wirklich keinem! Ich habe- entgegen meiner Erwartung- vor Schmerzen geschrien. Denn nun kam zu dem Faust-Quetsch-Nach-unten-Drücken noch der Schmerz im unteren Rücken; als würde jemand mit Stilettos darauf herumtrampeln. Jedes Mal, wenn der TOCO-Wert auf 60 hoch kletterte wusste ich, dass wieder eine Wehe kam. Kein Geburtsvorbereitungs-Kurs hätte mir da genutzt. Klar hat man die Atmung trainiert, aber was bringt das wenn man vor Schmerz die Luft anhält? Um 12.00 nachts, nach 21 Stunden Wehen-Abenteuer, bekam ich dann – auch entgegen meiner Erwartung!- die PDA. Es war HIMMLISCH. Nur noch ein leichter Druck bei jeder Wehe, aber kein Schmerz mehr.
Ich sollte vielleicht ergänzen, dass es womöglich ohne PDA gegangen wäre, wenn bis dahin zumindest mal die Fruchtblase geplatzt oder der Muttermund geöffnet gewesen wäre. Aber nichts von beidem war eingetreten, was natürlich demotivierend und frustrierend ist. Hätte man gesagt „alles offen, Baby kommt gleich“ hätte ich vielleicht anders empfunden. Aber nach 21 h war der MuMu gerade mal bei 4 cm und die Fruchtblase wurde dann von der Hebi geöffnet. Und das bei einem 3,8 Kg Baby!
Wenn ich es nochmal zu entscheiden habe, würde ich die nutzlose Schmerzmittel-Infusion ablehnen und im Moment des „Ich will nicht mehr“ eine PDA nehmen. Es ist absolut keine Schande und bereitet einem einfach ein viel friedlicheres Geburts-Erlebnis.
Ich will nochmal betonen- Empfindungen sind natürlich subjektiv. Vielleicht habt ihr die 2-Stunden Traumgeburt und lacht über mich, oder „nehmt den Schmerz an“. Aber wenn man wie ich an schlimme Regelschmerzen gewöhnt ist und dann trotzdem so (lange) leidet, ist eine PDA einfach ein Geschenk.

2 Comments

  1. Johnd754 sagt:

    You could certainly see your skills within the work you write. The world hopes for more passionate writers like you who arent afraid to say how they believe. Always follow your heart. edadgdcakceg

  2. Simone sagt:

    Da gebe ich dir recht…entweder haben die Mamas gesagt..die Schmerzen könnte man nicht beschreiben oder es wären Bauchschmerzen. Und was kam😳Ich hatte die Schmerzen im Rücken..als würde mir jemand mit einem Beil immer wieder in den Rücken schlagen…wie soll man das bitte weg atmen?🤥🤥🤥🤥da nutzt der Vorbereitungskurs auch nichts. Du hast es auf den Punkt gebracht.

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